Mahnwache vor dem Rathaus

Klares Bekenntnis gegen Rassismus

Altenberge

Rund 350 Bürger kamen zum Rathaus, um gegen Rechtsextremismus und Rassismus zu protestieren.

pbm

Kreisdechant Dr. Jochen Reidegeld rief vor dem Rathaus in Altenberge dazu auf, Rassismus und Hass mit einem starken Gemeinwesen zu begegnen. Rund 350 Bürger nahmen an der Mahnwache teil. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Gudrun Niewöhner.

„Das beste Mittel gegen Rassismus und Intoleranz ist ein starkes, lebendiges Gemeinwesen.“ Kreisdechant Dr. Jochen Reidegeld rief bei einer Mahnwache am vergangenen Samstag vor dem Altenberger Rathaus dazu auf, es nicht beim Mahnen zu belassen, sondern nach dem rechtsextremistischen Anschlag in Hanau mit zehn Todesopfern „Brücken zu bauen, wo andere Gräben ausheben“.

Aktionsbündnis

Er appellierte an die rund 350 Teilnehmer, aufeinander zuzugehen und miteinander ins Gespräch zu kommen, heißt es in einer Pressemitteilung der Bischöflichen Pressestelle. Eingeladen zu dieser Mahnwache hatte das Altenberger „Aktionsbündnis für Demokratie“ zusammen mit den demokratischen Parteien vor Ort, dem Familienbündnis, den Kirchen sowie dem TuS Altenberge.

„Haben wir Freiheit und Demokratie für zu selbstverständlich genommen? Waren wir deshalb bislang so wenig wehrhaft?“ Der Kreisdechant forderte die Altenberger in seiner Ansprache auf, einander zuzuhören und sichtbar zu machen, was es Gutes in der Gesellschaft gibt. Denen, die sich in der Politik, den Kirchen, in Sportvereinen oder sozialen Projekten engagierten, müsse der Rücken gestärkt werden.

Leid und Trauer

„Wir stehen hier auch, um deutlich zu machen, dass wir das Leid und die Trauer der betroffenen Familien teilen“, erklärte Reidegeld weiter und fügte an: „Wir grenzen uns klar und kompromisslos ab von Rechtsextremismus, Rassismus und Hass.“ Bei allem Handeln mahnte er, die Worte des ermordeten US-amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King zu bedenken: „Dunkelheit kann Dunkelheit nicht vertreiben, nur Licht kann das. Hass kann Hass nicht vertreiben, nur Liebe kann das.“

Vor Jochen Reidegeld hatte auch Karl Reinke vom „Aktionsbündnis für Demokratie“ jede Art der Ausgrenzung und Erniedrigung von Menschen verurteilt. Rainer Mockewitz trug im Anschluss an die Rede des Kreisdechanten politische Gedichte vor. Die letzten Minuten der Mahnwache verbrachten die Teilnehmenden schweigend vor dem Rathaus.

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