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Historische Holzschuhwerkstatt unter großer Beteiligung eingeweiht

Konkurrenz für den Mühlenhof

Altenberge

Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Eröffnung der Holzschuhmacherwerkstatt teil.

Von Rainer Nixund

Franz Müllenbeck zeigt den Original-Schlüssel der Holzschuhwerkstatt, der ihm vom Architekten Thomas Hölker (rechts) überreicht wurde. In der Mitte der Moderator des Abends, Ralf Heinisch. Foto: Nix

Worte der Bewunderung und des Dankes erntete der Heimatverein Altenberge am Freitagabend in reicher Zahl. Der Grund: die historische Holzschuhmacherwerkstatt mit rund 70 Jahre alten Maschinen der Familie Gausling wurde offiziell eingeweiht. Das Fachwerkhaus ergänzt das Ensemble um das Heimathaus „Kittken“, Stenings Scheune, Backhaus, Kornspeicher und Remise besonders wirkungsvoll. „Der Mühlenhof in Münster hat Konkurrenz bekommen“, betonte die Landtagsabgeordnete Christina Schulze Föcking. Sie gehörte zu den zahlreichen politischen Gästen, von denen die Feier flankiert wurde. „Christina, du warst maßgeblich an dem Erfolg und dem Bau dieser schönen Werkstatt beteiligt“; sagte der Heimatvereinsvorsitzende Franz Müllenbeck. „Du warst es, die die Fäden zu Staatssekretär Dr. Jan Heinisch geknüpft hat.“ Er dankte Schulze Föcking, immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden zu haben.

Maschinenpark

Architekt Thomas Hölker hatte den Original-Schlüssel zur Tür der Werkstatt „ausgegraben“ und überreichte ihn an Müllenbeck, der ihn in die Runde der zahlreich erschienen Heimatfreunde zeigte. Rainer Gausling, dessen Familie die Maschinen zur Herstellung von Holzschuhen stiftete, bedankte sich für das Engagement aller Beteiligten und das unermüdliche Vorantreiben des Projekts.

Vor rund zwei Jahren bot Gausling dem Heimatverein den Maschinenpark an, der Vorsitzende reagierte prompt. „Mit Know-how, Sachverstand und unbändiger Energie hast du Franz deine kreativen Gedanken zielgerichtet umgesetzt und letztlich unter Mithilfe vieler Heimatvereinsmitglieder dieses schöne Gebäude fertiggestellt“, so Gausling.

Nahezu 4000 ehrenamtliche Stunden wurden geleistet. „Ich kann euch nicht genug dafür danken, euer immenser Einsatz soll heute hier noch einmal gewürdigt werden“, so Müllenbeck an seine Mitstreiter. „Ich glaube auch, dass die Gemeindemitglieder und die Politiker stolz auf euch sind.“ In seiner forschen Art fügte er hinzu: „Viele schauen auch mit Neid auf uns, ich kann nur sagen: Fragt uns, wir sagen euch, wie es geht.“ Die Altenberger Politik hat es uns nicht leicht gemacht“, bemerkte der Vorsitzende. Bürgermeister Karl Reinke versicherte jedoch: „Die Gemeinde steht hinter dem Heimatverein und wenn es möglich ist, ein Projekt umzusetzen, dann machen wir das auch.“

Bernd Lösing, der Ehrenvorsitzende Bernhard Gerdes und der Gärtnermeister des Vereins, Werner Bruns, pflanzten neben der Werkstatt eine Zitterpappel, denn Holsken werden aus Pappelholz gefertigt.

„Auch Gottes Segen ist wichtig“, sagte Pastor Dr. Rogers Biriija und segnete gemeinsam mit Pfarrerin Janine Hühne das Gebäude und die Maschinen. Humorig sprach Heinz Augustin quasi als „Betriebsratsvorsitzender“ der Ehrenamtlichen und meinte scherzhaft, dass Müllenbeck am liebsten jeden Ruheständler in Altenberge einspannen würde. „Was der Heimatverein Altenberge geschaffen hat, ist einfach herausragend“, lobte der stellvertretende Vorsitzende des Kreisheimatbundes Heinz-Jürgen Zirbes. Auch der ehemalige Bürgermeister Jochen Paus, die NRW-Landtagsabgeordnete Simone Wendland, Thomas Kubendorff in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Westfälisch-Lippischen Mühlenvereinigung und der Bundestagsabgeordnete für die Region, Marc Henrichmann, fanden anerkennende Worte.

Mit Buffet, Besichtigung und zahlreichen Gesprächen endete der Event, den die Kiepenkerl-Chöre Altenberge und Nordwalde sowie der Damenchor der „Mönsterlänner Merschken“ musikalisch begleiteten.

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