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Pastor Stepan Sharko über Hilfsaktionen für sein Heimatland Ukraineko

Landsleute unterstützen

Altenberge

Pastor Stepan Sharko ist von der Hilfsbereitschaft der Altenberge für die Ukraine begeistert. Blickt er auf das Kriegsgeschehen in seiner Heimat, kommt das Entsetzen.

Von Rainer Nix

Stepan Sharko ist im westukrainischen Lviv geboren. Er bangt um sein Land und seine Landsleute. Gleichzeitig ist der Seelsorger beeindruckt von der Hilfsbereitschaft der Altenberger. Sharko arbeitet mit dem Kapuzinerkloster in Münster zusammen. Foto: nix/dpa

Pastor Stepan Sharko gehört seit zwölf Jahren zur Gemeinde St. Johannes Baptist in Altenberge. Geboren ist er in Lviv, Westukraine, deutsch „Lemberg“. Der Seelsorger bangt um sein Land und seine Landsleute, ist aber beeindruckt davon, wie hilfsbereit die Altenberger sind.

Seit dem russischen Einmarsch am 24. Februar tobt in der Ukraine der Krieg. „Seither ist dort sehr viel passiert“, sagt der Geistliche. Er hat Verwandtschaft in der Westukraine, die aber zumindest aktuell nicht so stark vom Geschehen betroffen ist.

Aus der weiteren Verwandtschaft kämpfen Männer an der Front. „Gott sei Dank ist bis dato noch keiner gefallen“, sagt Sharko, „obschon jeden Tag rund 100 tote Soldaten zu beklagen sind.“ Ein ukrainischer Seelsorger berichtet, dass er mit Kämpfern Gottesdienste feiert, bevor sie an die Front gehen. Es bedrückt den Priester sehr, zu wissen, dass nur jeder Siebte zurückkehrt. „Das ist sehr, sehr bitter“, so Sharko traurig.

„Ich als gebürtiger Ukrainer versuche, meine Landsleute zu unterstützen“, sagt er. Deshalb begleitet der Pastor diverse Hilfsprojekte. Besonders zu Anfang des Krieges spendeten viele Altenberger Hilfsgüter wie Kleidung, Bettwäsche, Matratzen, Hygieneartikel, Medikamente, Verbandsmittel und Ähnliches. Die Gemeinde organisierte drei umfangreiche Transporte, mit denen insgesamt 43 Tonnen Hilfsgüter ins Krisengebiet geschafft wurden. „Zahlreiche ehrenamtliche Helfer beluden die Lastwagen an der Kirchstraße, die Menschen hier sind sehr offen und hilfsbereit“, fällt dem Mitglied des Seelsorgerteams St. Johannes Baptist auf.

Die Zusammenarbeit mit dem Kapuzinerkloster in Münster erweist sich als sehr fruchtbar. „In letzter Zeit wurden weniger Sachspenden gegeben, dafür sammelten Privat- und Geschäftsleute in wachsendem Maße Geld, so etwa auf Geburtstagen und Beisetzungen. „Damit konnten wir Projekte unterstützen“, erläutert Sharko. Die Gemeinde hat ein entsprechendes Spendenkonto eingerichtet. Ein größeres Projekt war die Anschaffung eines Röntgengerätes für 34 000 Euro, das einem ukrainischen Krankenhaus zur Verfügung gestellt wurde. Durch Spenden und dann je zu einem Drittel von den Kapuzinern, der katholischen Gemeinde Altenberge und dem Bistum Münster wurde das Projekt finanziert. Heute ist die Röntgenanlage in der Südukraine unweit von Odessa ständig zur Behandlung von verletzen Soldaten und Zivilisten in Gebrauch.

Freiwillige transportieren medizinische Güter bis an die Front. „Wir konnten auch an der Anschaffung eines größeren Fahrzeugs mitwirken“, so der Pastor. Ihm persönlich bekannte Geistliche aus der Ukraine sprechen ihn an und bitten um konkrete Hilfsartikel, die er nach Kräften besorgt.

Es gibt zahlreiche weitere Hilfsprojekte, von der Verteilung von Notfallrucksäcken für Ärzte über die Unterstützung eines Waisenhauses und einer Tagesstätte für behinderte Kinder bis hin zu Getreidelieferungen für Großküchen. „Über die Kapuzinermönche sind in Hamburg 48 Tonnen Buchweizen im Wert von 80 000 Euro gekauft worden, berichtet Sharko. „Auch dafür haben wir Spenden gesammelt und uns mit 5000 Euro beteiligt.“ Die Finanzierung eines gebrauchten Backofens für eine Großküche in Lviv ermöglicht es, Brot und Brötchen für Flüchtlinge zu backen.

„Ich möchte allen hier in Altenberge und Umgebung herzlich Dank sagen, in welcher Weise sie auch immer für Hilfsprojekte in der Ukraine großzügig gespendet haben“, sagt Stepan Sharko. Weitere Informationen unter Telefon 0 25 05/ 93 19 31.

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