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Broschüre „Give & Take“

Menschen mit Respekt begegnen

Altenberge

Eine Broschüre zum Projekt „Give&Take“ stellten nun Martina Lückener und Susanne Opp Scholzen vor.

Martin Schildwächter

Die Künstlerin Martina Lückener (l.) und die Leiterin der Jugendkreativwerkstatt, Susanne Opp Scholzen, stellten die neue Broschüre vor. Im Hintergrund ein Kunstwerk von Martina Lückener Foto: mas

Suanne Opp Scholzen, die Leiterin der Jugendkreativwerkstatt, kann sich noch gut daran erinnern, als sie junge geflüchtete Menschen aus der Sporthalle am Grünen Weg abgeholt hat, um mit ihnen zur Kulturwerkstatt zu gehen. 2015 war das, als im Zuge der Flüchtlingswelle viele Menschen zunächst in der Sporthalle leben mussten. Für die Kulturwerkstatt war klar, dass sie den Geflüchteten die Integration in die deutsche Gesellschaft erleichtern wollte. So entstand das Kreativprojekt „Give & Take“. Als Partner engagierte sich die Altenberger Jugendinitiative Youth of Integration.

Von 2015 bis 2020 wurden zahlreiche Projekte umgesetzt – vom Möbelbau bis zu Leseprojekten. Und nun liegt eine 52-seitige Broschüre vor, die umfassend die Jahre Revue passieren lässt. Federführend für die Broschüre waren Susanne Opp Scholzen (Text) und die Künstlerin Martina Lückener, die für das Layout und auch den Umschlagsentwurf verantwortlich ist.

Integration

Der Dank von Opp Scholzen richtet sich unter anderem an die Künstlerinnen und Künstler, die „ohne Vorbehalte mit den Geflüchteten gearbeitet haben“. Schließlich war es für viele Flüchtlinge vollkommen neu, „sich von einer Frau sagen zu lassen, was sie machen sollen“, blickt Opp Scholzen auf einen besonderen Aspekt der Zusammenarbeit zurück. Aber: Alle an den Projekten Beteiligten seien mit Respekt auf die Menschen zugegangen und „haben auch Respekt erfahren“, sagt Opp Scholzen.

Susanne Opp Scholzen

Gerne spricht die Leiterin der Jugendkreativwerkstatt auch über das 2015 ins Leben gerufene Café International. Über eineinhalb Jahre lang trafen sich dort jeden Sonntag etwa 100 Geflüchtete und Altenberger bei Kaffee und Kuchen. Das war ein „riesengroßes Engagement vieler Altenberger“, freut sich Opp Scholzen.

„Give & Take“, der Titel des Projekts, war für Martina Lück­ener auch Inspiration für ihre Gestaltung der Broschüre: Auf den ersten beiden Seiten ist eine gebende Hand auf den letzten beiden Seiten eine nehmende Hand zu sehen. Für Lückener steht außer Frage: „Wenn wir uns mit den Menschen fremder Kulturen beschäftigen, bekommen wir auch ganz viel von Ihnen zurück.“ Dies hat Lückener, die auch zum Künstlerinnen- und Künstlerteam der Kulturwerkstatt gehört, in den zurückliegenden Jahren immer wieder selbst bei Projekten mit jungen Geflüchteten erfahren. Beim Blick zurück denkt Lück­ener auch an die vielen Patenfamilien: „Der Umgang war und ist sehr persönlich.“ Zum Teil hätten sich „richtige Freundschaften entwickelt“. Die sogenannte Willkommenskultur hänge oft von „einzelnen Personen ab“. Und es sei beeindruckend, wie viele sich in Altenberge ehrenamtlich engagieren, ergänzt Opp Scholzen.

Freundschaften

Beeindruckt zeigt sich Susanne Opp Scholzen auch von dem Willen vieler junger Menschen, die deutsche Sprache zu erlernen. „Sie wollten hier ankommen, ohne ihre eigene Kultur komplett zu verlassen“, sagt Opp Scholzen, die sich auch mit der Situation von Geflüchteten jenseits des Hügeldorfs befasst: „Wir sind stolz ein Teil der Willkommenskultur in Deutschland und speziell in Altenberge zu sein“, so die Leiterin der Jugendkreativwerkstatt. „Aber wir sind nicht stolz darauf, Teil von Europa zu sein, das Lager wie Moria und Lipa zulässt und keine Abhilfe schafft.“

Willkommenskultur

Wie steht es derzeit um das Projekt „Give&Take“? „Sobald es die Coronalage zulässt, machen wir weiter“, sagt Opp Scholzen. Entsprechende Landesmittel wurden bereits beantragt.

Wer sich für die Broschüre, die fast zu 100 Prozent durch Zuschüssen finanziert wurde, interessiert, kann ein Exemplar per E-Mail an info@kulturwerkstatt-altenberge.de anfordern. Über eine kleine Spende freut sich die Kulturwerkstatt Altenberge.

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