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Elektronisches Rezept wird von vielen Praxen ausgestellt / Apotheken sind mit E-Rezept überwiegend zufrieden

Mit dem Smartphone ist noch selten

Altenberge

Anfang September ist das Elektronische Rezept (E-Rezept) in Deutschland eingeführt worden. Die Apotheken der Apotheken-Kammer Westfalen-Lippe haben jedoch schon vorher im Rahmen einer Pilotphase E-Rezepte eingelöst. Die rezeptausstellenden Arztpraxen und Apotheken in Altenberge haben größtenteils gute Erfahrungen mit dem neuen Verfahren gemacht.

Patientinnen und Patienten, die in den beiden Apotheken in Altenberge ein E-Rezept ausschließlich mit einem Smartphone einlösen wollen, sind noch sehr selten. Foto: Mohssen Assanimoghaddam

Das elektronische Rezept (E-Rezept) wird in einigen europäischen Ländern wie in den Niederlanden, Schweden oder in der Schweiz schon länger in den Apotheken eingelöst. Am 1. September ist das E-Rezept bundesweit eingeführt worden. Die Apotheken müssen in der Lage sein, elektronische Rezepte anzunehmen und zu bearbeiten. Mit der Einführung des elektronischen Rezepts soll die Digitalisierung im Gesundheitswesen vorangetrieben werden.

Modellregion

Die beiden Apotheken in Altenberge haben bereits seit Frühjahr ihre Erfahrungen gemacht, da ihre zuständige Apothekerkammer Westfalen-Lippe als Modellregion Anfang des Jahres bestimmt wurde.

Vor ab: Patientinnen und Patienten, die in Altenberge ein E-Rezept ausschließlich mit einem Smartphone einlösen wollen, sind noch sehr selten. Nahezu alle geben die von der Arztpraxis ausgedruckte Version mit dem Code ab.

Aufwand

„Wie bei allen Innovationen, läuft es noch nicht ganz rund. Es gibt noch einige Kinderkrankheiten und Anfangsprobleme, die sicherlich sukzessive ausgeräumt werden“, meint Michaela Egbert-Baune, Apothekerin in der Adler-Apotheke von Dr. Reinhard Brandt. So sei es arbeitstechnisch ein großer Aufwand, wenn beispielsweise eine Zuzahlungsbefreiung oder die Menge des Medikaments falsch oder überhaupt nicht eingetragen worden oder auch die Arznei aufgrund der Lieferkettenprobleme nicht lieferbar sei, „was in der heutigen Zeit sehr oft vorkommt“, erklärt Michaela Egbert-Baune und ergänzt: „Früher konnten wir ganz einfach die Änderungen eigenhändig auf dem analogen Rezept ändern. Mit dem E-Rezept geht das nicht. Das muss von der Arztpraxis dann neu ausgestellt werden.“

Digitalisierung

Die Apothekerin Ingrid Wegener, Inhaberin der Ludgerus-Apotheke, ist hingegen mit dem E-Rezept durchweg zufrieden: „Dass wir Apotheken die Digitalisierung können, haben wir schon mit dem digitalen Impfausweis bewiesen.“ Selbstverständlich seien auch in ihrer Apotheke die Patienten und Patientinnen mit einem E-Rezept auf dem Smartphone selten. In Deutschland sei der Verbraucher bei der digitalen Nutzung noch sehr vorsichtig. In Finnland, den Niederlanden, Schweden und in der Schweiz gebe es schon lange das E-Rezept. „Die wundern sich über uns. Wenn jemand dann doch die App dafür auf seinem Smartphone einrichtet, muss es auch die Richtige sein“, weist Ingrid Wegener auf die gematik-App hin. Außerdem müsse das rein digitale E-Rezept schon wegen der angestrebten Reduzierung des Papierverbrauchs im Rahmen des Klimaschutzes schneller zur Gewohnheit werden, unterstreicht die Apothekerin.

Arztpraxen

Auch die Arztpraxen im Hügeldorf haben unterschiedliche Erfahrungen mit der Ausstellung des E-Rezepts gemacht. In der Gemeinschaftspraxis Billerbecker Straße Andreas C. große Bockhorn und Dr. Sebastian Keller ist die Ausstellung gut angelaufen.

„Wir stellen ausschließlich E-Rezepte aus. Allerdings nicht mit der App. Das klappt noch nicht reibungslos“, heißt es aus der Praxis im Lindenhof von Dr. Thomas Koch und Prof. Dr. Pia Lebiedz.

Die hausärztliche Gemeinschaftspraxis von Lisa Degener, Galina Troschichin und Dr. Konstanze Webering hat festgestellt, dass die Nachfrage nach einem ausschließlich digitalen E-Rezept bei ihren Patientinnen und Patienten nicht sehr groß ist. „Nur ganz wenige nutzen das Smartphone, obwohl wir uns darauf gut vorbereitet haben“, erläutern die Ärztinnen, die deshalb nahezu ausschließlich das Rezept für die Apotheken ausdrucken.

Noch nicht ausgereift

Gar kein digitales E-Rezept stellt derzeit die hausärztliche Praxisgemeinschaft von Dr. Philipp Lettau und Dr. Thorsten Klüsener aus. „Wir haben uns zwar im Vorfeld an einem dafür durchgeführten Studienprojekt beteiligt, mussten aber feststellen, dass das E-Rezept noch nicht ausgereift ist. Weil es für uns noch keine Pflichtaufgabe ist, haben wir uns aus diesem Projekt vorläufig zurückgezogen.“

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