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Kammerchor und Trio überzeugen

Musiker in Höchstform

Altenberge

Mit dem Kammerchor Quodlibet und dem Trio Vernice erlebten zahlreiche Musikliebhaber am Samstag in der evangelischen Friedenskirche gleich zwei Formationen, die auf hohem musikalischen Niveau begeistern konnten. Unter dem Titel „Der Herr ist mein Hirte“ hatte die Sängerin und Chorleiterin Heide Bertram ein Programm zusammengestellt, das wie eine Zeitreise durch vier Jahrhunderte wirkte.

Anne Eckrodt

Das Trio Vernice wusste in der evangelischen Friedenskirche ebenso wie der Kammerchor Quodlibet zu gefallen. Foto: Axel Engels

Barocke Weisen in modernem Arrangement waren dabei ebenso vertreten wie große romantische Lieder. Als Sängerin erlebte das Publikum Heide Bertram im Trio Vernice zusammen mit Mareike Kroes am Akkordeon und Cecilia Rubio am Violoncello. Diese ungewöhnliche Besetzung war bestens geeignet, tradierte Interpretationswege zu verlassen und den ausgewählten Werken ein lebendiges Gewand zu verleihen. Selbst barocke Werke wie „Strike the viol“ und „Evening Hymn“ von Henry Purcell entwickelten in der sensiblen Musizierkunst des Trios ihre ganze Schönheit, genoss man die ausdrucksstark über den instrumentalen Figurationen sich erhebende Stimme von Heide Bertram.

Als Duo überzeugten Mareike Kroes und Cecilia Rubio selbst die Transkription zweier Sätze einer Gambensonate von Johann Sebastian Bach, deren feinste Verzierungen und Manierismen bei kultiviertem Spiel des Duos die „ursprüngliche“ Besetzung bestens ersetzen.

Für den chorischen Teil konnten sich die Sängerinnen und Sänger des Kammerchors Quodlibet ganz auf die versierte Leitung durch Heide Bertram verlassen. Sie führte den Chor mit ausdrucksstarker Gestik selbst bei sehr anspruchsvollen Werken sicher. Dadurch konnten sich die Sänger ganz auf den sakralen Inhalt jenseits des reinen Notentextes konzentrieren. Wenn romantische Gefühle wie bei „Gott, der Herr ist Hirte mir“ und „Herr, mein Gott, ich sing ein neues Lied“ aus den biblischen Liedern von Antonin Dvorak den Kirchenraum erfüllten, war man erfüllt und zutiefst bewegt. Heide Bertram hatte aber für die Musikliebhaber noch die Uraufführung eines eigenen Werkes ins Programm genommen. Ihr „Kyrie eleison“ schien wie für diesen Chor komponiert, denn in einem klanglich überaus differenzierten Wechsel der Stimmgruppen konnte der Chor seine Qualitäten bestens einbringen. Das anspruchsvolle „Kyrie eleison“ zeigte mit seiner klaren Struktur und dynamischen Kraft einen Reiz, dem sich wohl keiner entziehen konnte.

Für ein stimmungsvolles Finale sorgte der Chor Quodlibet mit Engelbert Humperdincks bekanntem „Abendsegen“ aus der Oper „Hänsel und Gretel“.

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