Kirchengemeinde plant Angebote für betreutes Wohnen und Mehrgenerationenhaus

Neue Projekte am Bahnhofshügel

Altenberge

Wohnformen, die besonders nachgefragt werden, möchte die Kirchengemeinde am Bahnhofshügel errichten lassen.

Von Martin Schildwächterund

Im oberen Bereich des Bahnhofshügels plant die Caritas ein Altenheim (l.). Die katholische Kirchengemeinde möchte zudem betreutes Wohnen und Mehrgenerationenhäuser verwirklichen. Foto: Varwick

Die Probleme sind seit vielen Jahren bekannt. Erstens: Wer einen Platz in einem Pflegeheim sucht, hat es schwer, kurzfristig und in seiner alten Heimat einen zu erhalten. Zweitens: Aber auch diejenigen, die noch etwas fitter sind, und eine Möglichkeit des betreuten Wohnens suchen, treffen in Altenberge kaum auf adäquate Angebote. Und drittens: Generationsübergreifende Wohnformen, regelmäßig in Umfragen gewünscht, gibt es im Hügeldorf nicht. Doch im Zuge der Bebauung des Bahnhofshügels sind Veränderungen geplant.

Preiswerter Wohnraum

Fest steht bereits, dass die Domus Caritas im oberen Bereich des Areals ein Altenpflegeheim errichten wird. Da die katholische Kirchengemeinde jedoch noch weitere Grundstücke am Bahnhofshügel besitzt, stellte sie zusammen mit dem Architekturbüro Varwick weitere Pläne zur Bebauung vor. Realisiert werden sollen dort Angebote für betreutes Wohnen und „Generationswohnen“, wie es der Diplom-Ingenieur Martin Varwick in der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses erläuterte.

Studenten

„Es gibt den Druck“, sagte Stefan Evers, Mitglied des Kirchenvorstands von St. Johannes Baptist, und blickte nicht nur auf die stationäre Pflege, „in der nicht genügend Plätze angeboten werden können“. „Auch junge Familien spüren den Wohnungsdruck und ziehen in die Peripherie“, so Evers. Es fehle „bezahlbarer Wohnraum“. Und dieser solle auch mit den geplanten Projekten geschaffen werden.

Familien

Für das betreute Wohnen sind zwei Gebäude geplant, die direkt neben dem neuen Seniorenheim gebaut werden sollen. „Die Menschen können in dem neuen Wohngebiet alt werden“, so die Vorstellung von Martin Varwick. Die Wohnungen in diesem Bereich sollen alle barrierefrei und fußläufig zu erreichen sein. Die maximale Steigung betrage drei Prozent, erläuterte Varwick. Das Gelände sei ohne Probleme mit einem Rollator begehbar. Hinter dem betreuten Wohnen sollen hügelabwärts drei Mehrgenerationenhäuser entstehen. Egal ob Studentin oder Student, junge Familien oder Seniorinnen und Senioren – hier soll preiswerter Wohnraum geschaffen werden, kündigte Martin Varwick an. „Im Mix“, so der Ingenieur weiter, soll der Preis unter zehn Euro bleiben. Stefan Evers erläuterte in diesem Zusammenhang, dass die Kirchengemeinde nicht als Investor auftrete. Die Grundstücke würden auf Erbpachtbasis vergeben. Und zwar mit einer Zweckbindung, sodass langfristig bezahlbarer Wohnraum garantiert sei.

Zweckbindung

Die vorgestellten Pläne werden jetzt in den Fraktion beraten. Anschließend wird in einer der nächsten Sitzungen des Bau- und Planungsausschusses darüber beraten, ob die Gemeinde das Planungsrecht für die von der Kirchengemeinde vorgesehenen Wohnprojekte schaffen soll.

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