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Kirchstraße: Ratsmitglieder nicht mit Stellplatzablösung und größerer Planung einverstanden

Parkdruck wird immer höher

Altenberge

Das geplante Wohn- und Geschäftshaus entlang der Kirchstraße im Ortszentrum wurde vor fast fünf Jahren der Politik vorgestellt. Obwohl mittlerweile Planungsrecht geschaffen wurde, ist bis weder der notwendige Abbruch noch ein Spatenstich erfolgt. Das wird sich wohl weiter hinauszögern. Denn der Rat hat wegen der Ablösung von Stellplätzen und der größeren Anzahl von Wohnungen weiteren Beratungsbedarf angemeldet.

Von Matthias Lehmkuhl

Der Rat beschloss, dass das seit fast fünf Jahren geplante Wohn- und Geschäftshaus entlang der Kirchstraße erneut im Fachausschuss beraten werden soll. Foto: Gemeinde Altenberge

Vor fast fünf Jahren wurde erstmals das geplante Wohn- und Geschäftshaus entlang der Kirchstraße 18, 20 und 22 der Politik vorgestellt. Obwohl mittlerweile Planungsrecht geschaffen wurde, ist bis heute weder ein Abriss noch ein Spatenstich erfolgt. Und das wird sich wohl weiter hinauszögern, weil die Mitglieder des Rates am Montagabend in ihrer Sitzung weiteren Beratungsbedarf anmeldeten und das Projekt in den kommenden Ausschuss für Bauen, Planen und Nachhaltigkeit am 23. Mai verschoben haben.

Zuletzt wurden 2020 gestellte Bauanträge beim Kreis Steinfurt wegen noch offener Fragestellungen zurückgenommen. Dem Kreis Steinfurt liegt nunmehr ein neuer Bauantrag für die betroffenen Grundstücke vor.

Antrag

Der Antrag beinhaltet, dass die heutigen Gebäude weiterhin durch ein neues Wohn- und Geschäftshaus ersetzt werden sollen. Auf dem Grundstück ist der Bau von 20 Wohnungen (zwischen 46 und 97 Quadratmeter Wohnfläche) sowie die Errichtung zweier Geschäftslokale beantragt worden. Die bisherigen Planungen sahen 17 Wohnungen (zwischen 48 und 103 Quadratmeter Wohnfläche) vor. Laut Stellplatzsatzung sind für das Bauvorhaben 33 Pkw-Stellplätze herzustellen. Für den Pkw-Verkehr stellt sich der Investor 17 Stellplätze auf dem Grundstück vor. 16 der 33 notwendigen Stellplätze möchte der Bauherr ablösen.

Ablösung

Der Rat hatte bereits am 17. Februar 2020 einer Ablösung von sieben der damals notwendigen 23 Stellplätzen zugestimmt. Allerdings vor Erlass der kommunalen Stellplatzsatzung, die einen Stellplatz je Wohnung vorsieht. Die aktuelle Planung mit der Ablösung von 16 Stellplätzen würde der Gemeinde einen Betrag von rund 77 400 Euro einbringen.

Parkdruck

Bauamtsleiter Christoph Rövekamp unterstrich in der Sitzung, dass der hohe Parkdruck im Ortszentrum zu berücksichtigen sei, der nach der Realisierung des geplanten neuen Rathauses weiter steigen werde. Seit 1981 habe die Gemeinde rund 70 Stellplätze abgelöst. „Wenn weitere derartige Projekte geplant und umgesetzt werden sollten, geht dies nur mit neuen Parkplätzen“, betonte Rövekamp.

Matthias Große Wiedemann (CDU) beanstandete, dass sowohl die Planung der größeren Anzahl von Wohnungen und abgelösten Stellplätze einfach so geschehen könne. „Beides muss auch ins Bild passen“, beantragte er die weitere Beratung im Fachausschuss. Stefan Lammers (Bündnis 90/Die Grünen) sah die Stellplatzablösung an sich kritisch. Die SPD-Fraktion beanstandete die nach ihrer Ansicht zu geringe Ablösesumme.

Plan

Hubert Terwey (CDU) konnte sich weder mit der Anzahl der abzulösenden Stellplätze noch mit der größeren Anzahl der Wohnungen anfreunden: „Der aktuelle Plan sieht ganz anders aus als der erste.“ Auch die FDP-Fraktion war gegen den aktuellen Entwurf und schlug ebenfalls vor, das Projekt in den kommenden Ausschuss für Bauen, Planen und Nachhaltigkeit zu verschieben.

Anforderungen

Der Architekt und Sprecher des Bauherrn, Marcus Lohrmann, begründete die drei zusätzlichen kleineren Wohnungen und die 16 abzulösenden Stellplätze mit den veränderten Anforderungen: „Ob größere Wohnungen uns helfen, weiß ich nicht. Kleinere Wohnungen werden besonders von älteren Menschen, die aufgrund ihrer Mobilität lieber im Ortszentren wohnen wollen, angefragt. Familien mit Kindern wollen lieber in der Peripherie wohnen.“ Schweren Herzens nahm Lohrmann die Verschiebung in den Fachausschuss zur Kenntnis.

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