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Mitgliederversammlung des LOV fand online statt / Daniel Kumpmann bleibt Vorsitzender

„Preismisere ist eine Vollkatastrophe“

Altenberge

Daniel Kumpmann bleibt Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes (LOV). Er wurde während einer digitalen abgehaltenen Versammlung wiedergewählt.

Von Rainer Nixund

Der Vorstand des LOV Altenberge ohne die neue Schriftführerin Katharina Temming: Links der Vorsitzende Daniel Kumpmann, rechts oben Kassenwart Pascal Herding, unten der zweite Vorsitzende Thomas Wichmann. Foto: Nix

Über eine Online-Konferenz hielt am Mittwochabend der Landwirtschaftliche Ortsverein (LOV) Altenberge seine Jahreshauptversammlung ab. Aktivitäten mussten während der Corona-Pandemiezeit stark reduziert werden. Nun hoff der LOV, bald wieder durchstarten zu können. Der Blick auf die Vor-Corona-Zeit in 2019 umfasste unter anderem die Ausbildungsbörse im Autohaus Krause, das Schulprojekt Öffentlichkeitsarbeit, die Fahrradtour zur Firma Wecon und das Erntedankfest. Mit dem Lockdown im März 2020 musste das Programm erst einmal wesentlich bescheidener ausfallen.

Cem Özdemir

Die Vorstandswahlen ergaben folgendes Bild: Daniel Kumpmann wurde einstimmig zum ersten Vorsitzenden wiedergewählt. Die Versammlung bestätigte ebenso Stellvertreter Thomas Wichmann in seinem Amt. Jochen Hüsing gab seine Funktion als Schriftführer an Katharina Temming weiter. Kassenwart bleibt nach wie vor Pascal Herding. Ortsverbands-Vertrauensleute sind fortan Dirk Rustemeier, Heinz Erlemann, Michael Rölver, Frank Böse, Tobias Baumeister und Bernd Gerdes.

„Wichtig ist, dass wir Landwirte uns vor der neuen Bundesregierung positionieren“, betonte der WLV Kreisverbandsvorsitzende Albert Rohlmann. Aus der Phase der 16-jährigen CDU-Ära seien sie nicht unbedingt gestärkt herausgekommen. Zurzeit sind die Aktivitäten durch Thema Nummer eins, Corona, noch fremdbestimmt. Thema 1b sei jedoch sicherlich der Klimawandel. „Hier wird die Landwirtschaft schnell als einer der Verursacher wahrgenommen“, so Rohlmann. Zu wenig beachtet werde die Bereitschaft, an Lösungen mitzuwirken. „Es gilt, auch das bei den Verantwortlichen unterzubringen.“

Klimawandel

„Die Landwirte sind arg gebeutelt in den Regierungswechsel gegangen“, sagte Rohlmann. Jetzt gebe es mit Cem Özdemir einen Realo-Landwirtschaftsminister aus den Reihen der Grünen und mit Steffi Lemke eine grüne Umweltministerin. „Beide können jetzt gestalten, wir sollten ihnen Gehör schenken und Diskussionsbereitschaft signalisieren“, so der Kreisverbandsvorsitzende. Veränderungen werde es sicherlich in vielen Bereichen geben, von der Tierhaltung und Ackerbau bis hin zu Pflanzenschutz und Düngevorschriften.

Umweltministerin

Die Situation ist nicht nur aufgrund der Pandemie angespannt. „Die Preismisere besonders im Schweine- und Geflügelbereich ist eine Vollkatastrophe“, so Rohlmann. „Unsere Preise sind auf dem niedrigsten Niveau, während in allen anderen Bereichen die Kosten steigen. So kann kein Landwirt auch nur ansatzweise kostendeckend arbeiten.“

Die Agrarreform ab 2023 war ein weiteres Thema. Der Fruchtfolgewechsel werde vorgeschrieben, die Politik greife enorm in die wirtschaftlichen Freiheiten ein. Das Thema „Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen“ gewinnt neue Aktualität. Es sei gut zu überlegen, auf welchen Feldern man die Module aufstellen wolle, denn eine spätere Rückführung zur Ackerfläche sei nicht in jedem Fall möglich. Grundlegende Frage ist, ob Landwirte in ihrem Bereich die Versorgungssicherheit mit Strom vor die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln stellen. Beides habe selbstverständlich große Bedeutung.

Auch das Thema Landschaftsplanung gewinnt im Kreis Steinfurt wieder an Aktualität. Hier gibt es noch klärende Gespräche mit der Gemeinde Altenberge, weshalb zurzeit keine konkreten Aussagen getroffen werden können.

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