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In den Fitnesscentern in Altenberge und Nordwalde ruht das Geschehen

Reha-Sportler dürften wieder

Altenberge/nordwalde

Eine Runde joggen, das ist möglich. Mannschaftssport oder Kurse in größeren Gruppen derzeit nicht. Der coronabedingte Teil-Lockdown trifft die Fitness-Branche hart. Reha-Sport mit ärztlicher Verordnung ist grundsätzlich zwar wieder möglich. Das hilft aber nur bedingt.

Günter Saborowski

Im Eimermacher Vital in Nordwalde war man zuletzt mit Saubermachen und Aufräumen beschäftigt. Foto: gs

Wer Sport treiben möchte, kann das momentan am besten alleine und draußen. Eine Runde joggen, das ist möglich. Vieles andere nicht. Der coronabedingte Teil-Lockdown betrifft nicht nur die Gastronomie, sondern auch die meisten Sporteinrichtungen. Mannschaften dürfen nicht mehr trainieren, Einzelsportler nur noch zu zweit und draußen, Kurse in größeren Gruppen sind ebenfalls verboten. Das trifft die Fitness-Branche nach der ersten Schließung im Frühjahr hart, zumal sie nach dem ersten Lockdown umfangreiche Hygienekonzepte vorgelegt hat.

Der Reha-Sport beim TuS Altenberge ist laut Abteilungsleiter Klaus Wollschläger zweigeteilt in Kurse und Gerätesport. Zum Kursangebot gehören unter anderem Wassergymnastik, Gymnastik nach Pilates, Feldenkrais, Stepp- und Trampolintraining, Faszientraining, Krebsnachsorge, Reha-Orthopädie und Gerätetraining. Seit dem 2. November ist alles verboten, zumindest für einen Monat. „Wir können also nichts mehr machen“, sagt Wollschläger.

TuS denkt über ein Notprogramm nach

Lediglich für den Reha-Sport könnte sich die Lage in der kommenden Woche ändern: „Wir versuchen, eventuell ein Notprogramm anzubieten“, so Klaus Wollschläger. Zunächst hatte der TuS dieses Angebot eingestellt. Hier sei man der Empfehlung des Landessportbundes (LSB) gefolgt. Da Physiotherapeuten weiterhin ihrer Arbeit nachgehen dürfen, werde nun geschaut, ob das beim TuS umgesetzt werden könne. Dann könnten Bürger, die eine Verordnung vorweisen können, auch behandelt werden.

Tom Rausch hat seit einem Jahr die Geschäftsführung des Eimermacher-Vital inne und ist parallel Geschäftsführer beim SC Nordwalde. 200 Besucher hatte er im Schnitt über den Tag verteilt im Studio, am (vorerst) letzten Öffnungstag, am 1. November, einem Sonntag, waren es „maximal 100. Sonntags ist es eher ruhig bei uns. Momentan sind wir mit putzen, aufräumen und renovieren beschäftigt. Es können ja keine Sportler mehr kommen“, sagt der 26-jährige Fitness-Ökonom.

Heiko Wolfenstädter

Nach dem ersten Lockdown im März und der Wiedereröffnung lief beim Eimermacher alles mit einem Hygienekonzept ab, für das „wir bereits in der ersten Woche vom Ordnungsamt eine Eins plus mit Sternchen bekommen haben“, sagt Rausch, dass die Kontrolleure mehr als zufrieden waren. Zudem hielten sich nach der ersten Schließung die Kündigungen und Beitragsrückbuchungen „in Grenzen“. Die Mitglieder hätten sich, so Rausch weiter, sehr solidarisch gezeigt.

Mit der neuerlichen Schließung verhalte sich mancher Kunde schon ein wenig anders. Rausch: „Ich kann das sogar verstehen. Manch einer, der von Kurzarbeit bedroht ist, muss halt aufs Geld achten. Aber wir haben uns auch dafür verschiedene Möglichkeiten erdacht.“ Drei Optionen bekommen die Mitglieder des Eimermachers angeboten: die verpasste Zeit kann erstattet oder als Gutschein weiter verschenkt werden; dritte Option ist, das Mitglied verzichtet auf eine Beitragsrückerstattung.

Ein kleines Erklärungsproblem

Bei der Bewegungssportgemeinschaft (BSG) Nordwalde liegt das Vereinsleben derzeit brach. Zwar wäre nach der aktuellen Coronaschutzverordnung der Reha-Sport wieder möglich, zumindest für Teilnehmerinnen und Teilnehmer, denen dieser ärztlich verordnet wurde. Doch die Frage, ob sie wieder Reha-Sport im Wasser anbieten, stellte sich für die BSG nicht. „Diese Entscheidung hat uns die Gemeindeverwaltung mit der Schließung der Schwimmhalle abgenommen“, sagt Vorsitzender Heiko Wolfenstädter. Wegen Wartungsarbeiten sei das Bad bis zum Jahresende geschlossen.

„Sonst hätten wir wieder Reha-Sport durchgeführt – immer unter der Voraussetzung, man hätte uns gelassen.“ Denn für Wolfenstädter ist ein „kleines Erklärungsproblem“ entstanden: Warum dürfen einige Personen wieder (Reha)Sport treiben und Vereinsmitglieder nicht?

Eine gute Nachricht gibt es aber für die rund 80 Reha-Sportler mit ärztlicher Verordnung bei der BSG: In der Regel müssen 50 Einheiten in anderthalb Jahren absolviert werden. Für den einen oder anderen könnte das schwierig werden, weil viele Termine ausgefallen sind. Die Krankenkassen hätten angekündigt, unbürokratisch Abhilfe zu verschaffen und die Verordnungen ohne große Rückfragen zu verlängern, sagt Wolfenstädter.

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