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Skulpturenausstellung „Endless – Das Meer der Woge des Kornfeldes gleicht“ ab 28. August in Telgte

Riesige Blauwalfluken als Mahnmal

Telgte/Altenberge

Jetzt wurde die als „Endless – Das Meer der Woge des Kornfeldes gleicht“ bezeichnete münsterlandweite Skulpturenausstellung mit vielen Kunstinteressierten und Ehrengästen feierlich eröffnet. Zwei imposante Blauwalfluken tauchen jetzt auf einer Wiese ab.

Von Matthias Lehmkuhl

Die beiden zehn Zentner schweren und imposanten Walfluken des Künstlers Willi Landsknecht auf Nordhoffs Wiese, Hohenhorst 1 in Altenberge. Foto: Matthias Lehmkuhl

Das Auftauchen der gewaltigen Fluken der Blauwale – den größten Säugetieren der Erde – aus dem Meer ist ein Schauspiel, dass viele Menschen nur aus Dokumentarfilmen kennen. Personen, die in der Altenberger Bauerschaft Hohenhorst spazieren gehen, Rad fahren oder mit dem Auto die Umgehungsstraße nutzen, haben jetzt die Gelegenheit, die majestätische Größe dieser Tiere selbst zu erfassen und dabei ihren Gedanken freien Lauf zu lassen.

Feierlich eröffnet

Denn der überregional bekannte Künstler Willi Landsknecht aus Altenberge hat zwei zehn Zentner schwere und imposante Fluken des Blauwals geschaffen, die auf „Nordhoffs Wiese“ platziert wurden. Vor wenigen Tagen wurde die als „Endless – Das Meer der Woge des Kornfeldes gleicht“ bezeichnete münsterlandweite Skulpturenausstellung mit vielen Kunstinteressierten und Ehrengästen feierlich eröffnet. Ab dem 28. August ist die Ausstellung auch in Telgte zu sehen.

Warnzeichen

„Ich bin stolz darauf, dass Altenberge die Auftaktkommune und eine der sechs Standorte im Münsterland und der Niederlande ist, zu denen die Wale wandern werden“, sagte Bürgermeister Karl Reinke. „Man muss weit reisen, um eine Blauwalfluke in Lebensgröße und in natura sehen zu können. Sehe ich diese Kunstobjekte von Willi Landsknecht, sind sie auch für mich ein Warnzeichen für oft negative Einflüsse, die der Mensch auf die Natur ausübt“, hob Reinke hervor.

Garstiges Bild

Für Jan-Christoph Tonigs, seit Anfang des Jahres neuer Kulturdezernent der Bezirksregierung in Münster, war diese Eröffnungsveranstaltung seine erste als Kulturchef. „Ein Poetry-Slammer hatte vor einiger Zeit ein sehr garstiges Bild zu den Walen gefunden, als sie als Paarhufer vor vielen Millionen Jahren ins Meer flüchteten, sich zu Walen entwickelten und jetzt wegen der Versauerung der Ozeane und wegen des Plastikmülls die Meere wieder verlassen und ständig von Menschen am Strand wieder ins Meer zurückgezogen werden“, beschrieb Tonigs eine Begegnung mit Poetry-Slammern. „Das hier abgebildete Abtauchen der Walfluken ist im Prinzip das Bild des Abtauchens in unsere eigenen Abgründe, aber auch dort kann etwas Faszinierendes entdeckt werden“, ergänzte der Kulturdezernent. Anschließend spielte Matthias Fleige auf seiner Posaune zwei Musikstücke.

Manischer Meeresanbeter

Der Münsteraner Thomas Nufer, Projektentwickler, Autor, Regisseur, Designer und enger Freund des Künstlers Willi Landsknecht, hatte die Ehre, die Laudatio bei der Eröffnung der münsterlandweiten Skulpturenausstellung halten zu dürfen: „Willi ist geradezu ein manischer Meeresanbeter. Hier kommt alles zusammen. Er stößt mit seinen Walfluken einen Diskurs an zwischen Natur, Zeit, Raum und uns selbst. Und genau das ist sein Ziel.“

Versteigerung

Willi Landsknecht beschrieb in seinen Dankesworten, wie zeitaufwendig sein Projekt war: „Wir haben insgesamt eineinhalb Jahre daran gearbeitet.“ Der Künstler stellte eine kleinere Version einer Blauwalfluke für eine Versteigerung zur Verfügung.

Der Erlös aus der Versteigerung ist für die Ukrainehilfe vorgesehen“, kündigte Landsknecht an.

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