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Pferdesport

Schleifen für Lokalmatadoren

Altenberge

Da war ordentlich was los. Das Fahrturnier des Kutschenclubs Altenberge begeisterte Publikum und Sportler. Und fand würdige Sieger...

Dieter Klein

Beim Fahrturnier in Hansell räumten Altenberger und Nordwalder viele Top-Platzierungen ab. Foto: Dieter Klein

Dass in der pferdeverliebten münsterländischen Parklandschaft die Bauerschaft Hansell – obwohl weniger bekannt als die Aachener Soers – eine besondere Stellung einnimmt, ist sicher nicht jedem Pferdefreund bekannt. So fällt es selbst Anliegern nicht immer leicht, Fremden den schnellsten Weg durch ihr Pferdeparadies zu erklären. So wie am letzten Wochenende zum Fahrturnier des Kutschenclubs Altenberge in Hansell.

Mehr als 90 Gespanne waren gemeldet. Und Petrus muss ein genauso großer Pferdenarr sein, wie die vielen Gespannfahrer aus ganz NRW, denn der Himmel lachte über den Ponys und Pferden. Und schon auf den weitläufigen Wiesen um den Parcours wurde ersichtlich, wie viele liebevolle Details die Veranstalter bedacht hatten, um möglichst allen Besuchern ein paar unvergessliche Eindrücke aus Hansell mitzugeben.

Elegante Damen, würdige Herren

Das Frühstückszelt hatte schon um sieben Uhr geöffnet. Die Parcours, auf denen später Dressur- wie Hindernis-Prüfungen und das Finale der Gelände-Fahrten stattfinden sollten, standen jedem Teilnehmer zur Besichtigung offen, und auf Schritt und Tritt warteten freundliche Club-Mitglieder darauf, helfen zu können.

Das Schönste aber waren die Gespanne selbst. Teenies zockelten mit ihren Minipferdchen – Pardon – kleinen Ponys quer über die Wiesen zwecks Aufwärmphase. Daneben Marathon-Kutschen mit eleganten Damen oder würdigen Herren im Sitz. Fahrer hinter rassigen Westfalen oder bildschönen hellen Haflingern.

300 Kilo auf der Waage

Dann die Achsvermessung der Kutschen: wichtig, um möglichst genau mit jeweils 15 Zentimetern Abstand rechts und links die Hindernisse passieren zu können. Bei der abschließenden Gelände-Fahrprüfung galt es sogar das vorgeschriebene Gewicht der Kutschen auszutarieren. Einspänner durften 150, Zweispänner ganze 300 Kilo auf die Waage bringen.

Bernhard Telgmann, Vorstandsmitglied im Kutschenverein und selbst auch Teilnehmer, nach den finanziellen Einsätzen und Kosten befragt, charmant: „Mit dem Fahrsport ist es ähnlich wie mit dem Reitsport. Man kann zwar ein kleines Vermögen verdienen, muss aber ein großes Vermögen mitbringen.“

„Pferde-Müsli“ auf der Tageskarte

Der größte Unterschied zwischen Iffezheim oder Ascot zu Hansell aber ist zweifelsfrei der fehlende „Snob-Appeal“. Wo man auch in der Landschaft auf Gespanne traf, ob auf dem Parcours oder auf umliegenden Wiesen, überwog das Lächeln. Und selbst die Pferdchen wurden bedacht. Ob platziert oder nicht. Ob mit der Goldenen Schleife des Siegers, oder einem liebevollen Klaps für den Verlierer stand sogar ein „Pferde-Müsli“ auf der Tageskarte.

Die Liste der Sieger am Sonntagabend war lang. Zu lang. Sechs eng beschriebene Seiten lieferte die sehr aufmerksame Meldestelle. Altenberge wie auch die Pferde-Freunde aus Nordwalde tauchten gleich mehrmals auf mit Namen wie Lea Voskort, Markus Stapel, Stefan und Sabrina Beckmann, Franz-Josef Melchers, Pia-Sophia Sperl, Bernhard Telgmann, Nina Melchers, Heike melchers, Matthias Brüggemann, Erich Robert, Ines Hessing, Simone Ruhoff und Alexa Droege.

Am Ende aber waren alle zufrieden. Paul Ruhoff, Vorsitzender des Kutschclubs Altenberge, der mit seiner Gattin Simone und dem schicken „Noel“ durch die Gemarkung zog, wie auch das Zweiergespann: Die beiden Teenager Ines Hessing und Lynn Autermann, die mit ihren „Calimero“ und „Filou“ große Erfolge feiern konnten.

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