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BUND-Ortsgruppe pflegt besondere Wiese

Schützenswerter Magerrasen

Altenberge

Nährstoffe sind nichts für einen Magerrasen, deshalb haben Mitglieder der Bund-Ortsgruppe jetzt das Mähgut von einer Wiese abgeharkt, auf der schützenswerte Pflanzen und Insekten leben. Magerrasenflächen seien im Bestand bedroht, erklären die Naturschützer. Die Aktion sei ein Beispiel für den Schutz der Biodiversität auch in Altenberge.

Die Bund-Mitglieder Georg Schumacher (v.l.), Georg Scholzen (Vorstand) und Ute Rosenbauer (Vorstand) haben auf einer Wiese am Sportplatz das Mähgut zusammengeharkt, damit der Magerrasen erhalten bleibt. Foto: BUND Altenberge

Neben der Entwicklung von Anträgen, wie der Pflege von Obstbäumen auf Gemeindeeigentum oder der Vortragsreihe zum Thema Biodiversität und Klima, stehen für die Ortsgruppe Altenberge des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) auch tatkräftige und praktische Pflegeeinsätze im Vordergrund. Jetzt trafen sich Mitglieder der Bund-Ortsgruppe am Sportplatz, um dort das Schnittgut auf der vom Bauhof gemähten Wiese zusammen zu rechen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Warum engagiert sich der Bund für dieses kleine Wiesenstück? Dies sei wichtig, da es sich bei dem Standort um einen sogenannten Magerrasen mit schützenswerten Pflanzen handelt. Magerrasen bedeute, dass es sich dort um einen nährstoffarmen, „mageren“ Standort handel. Die Artenzusammensetzung sei bei diesem Biotoptyp geprägt von Pflanzen, die wenig Nährstoffe benötigen und die sich über die lange Zeit der Evolution darauf spezialisiert haben.

Trockenheitsresistenz

Heute seien die meisten Magerrasenflächen in ihrem Bestand bedroht. Als Rückzugsgebiete sehr vieler gefährdeter Arten würden die verbleibenden Gebiete oft besonders geschützt. Dazu komme, dass Pflanzenarten auf einem Magerrasen oft eine hohe Trockenheitsresistenz besäßen. Entscheidend sei aber ihre Fähigkeit, auf nährstoffarmen Böden zu gedeihen, informieren die Naturschützer weiter.

Die Arten in einem Magerrasen unterlägen in gedüngten Wiesen und Weiden aufgrund ihrer geringen Konkurrenzkraft anderen Pflanzen im Kampf um das Überleben. Daher müsse das Mäh- und Schnittgut auch abgetragen werden, da sich sonst der Nährstoffeintrag (vor allem Stickstoff und Phosphat) durch die Zersetzung der Pflanzenresten anreichert und die Pflanzenzusammensetzung dieses Biotopes verändert.

Aber auch die „Verstrauchung“ sei ein Problem, weshalb im Frühjahr in einem zweiten Pflegeeinsatz die Sträucher zurückgeschnitten werden. Mit den Pflanzen auf dem Magerrasen haben sich im Laufe der Evolution auch viele Insektenarten für dieses Biotop spezialisiert. Daher sei die Pflege und der Nährstoffaustrag wichtig für Pflanzen- und Tiervielfalt und zugleich ein sehr gutes Beispiel für den Schutz der Biodiversität auch in Altenberge. In Absprache mit der Gemeinde wird der Bund im nächsten Jahr dort eine Informationstafel aufstellen.

Infotafel geplant

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind bei der Ortsgruppe willkommen. Die Treffen finden an jedem ersten Montag im Monat – das nächste Mal am 5. Dezember – um 20 Uhr in der Kulturwerkstatt an der Bahnhofstraße statt.

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