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Outlaw-Kitas: Mitbestimmung ist ein wichtiger Bestandteil

Selbstbewusster Nachwuchs

Altenberge

In den Outlaw-Kitas wird Mitbestimmung groß geschrieben. Ob Sommerfest oder Ausflug – die Kids können mit entscheiden.

Die Mädchen und Jungen in den Outlaw-Kitas werden aktiv in verschiedene Entscheidungsprozesse mit eingebunden. Foto: Outlaw

Demokratische und geheime Wahlen, Parlamente, Ratssitzungen: Klingt nicht nach Kindertagesstätte, ist es aber. In den Outlaw- Kitas im Kreis Steinfurt mischen die Kids mit, wie Ramona Thünemann, Leiterin der Kita Moosstiege in Altenberge, weiß: „Wir bringen den Kindern von Anfang an bei, dass ihre Meinung wichtig ist, dass ihre Stimme zählt und ermutigen sie, sich an der Gestaltung unseres Kita-Alltages zu beteiligen.“

Moosstiege

Einige, wie die Outlaw-Kita Buschlandweg in Och­trup, setzen dieses Konzept bereits seit längerer Zeit um, andere stehen gerade in den Startlöchern, in den Kinderkonferenzen die Kindersprecherinnen und Kindersprecher der Gruppe zu wählen, so wie die Kita Moosstiege.

In den Kinderkonferenzen bespricht jede Gruppe aktuelle Themen. Die Kinder können Ideen einbringen und Wünsche äußern, zum Beispiel Vorschläge für neue Spiele, Änderungen der Raumgestaltung oder besondere Projekte. Wenn die Rahmenbedingungen es zulassen und eine Mehrheit zustimmt, werden diese umgesetzt. Die Kinderkonferenzen werden begleitet durch individuelle Handpuppen, die auch regelmäßig etwas über Kinderrechte erzählen.

Kindersprecher

Auch ein richtiges Parlament gibt es: Jede Gruppe wählt einmal im Jahr zwei Kindersprecherinnen oder Kindersprecher, die ihre Gruppe vertreten. Entweder findet die Wahl geheim statt, mithilfe von Fotos und Steinchen, die die Kinder ihrem Favoriten zuordnen können, oder sie stimmen per Handzeichen offen ab.

Besondere Highlights in der Funktion als Kindersprecher sind die Teilnahme an der Teamsitzung der Erzieherinnen und Erzieher und am Rat der Tageseinrichtung, zu dem auch die Elternsprecherinnen und Elternsprecher eingeladen sind. Hier stimmen sie beispielsweise mit ab über das nächste Ziel des Kita-Ausfluges oder über das Thema des Sommerfestes.

Die Kinder finden es super, so viel mitbestimmen zu können. Für sie ist es selbstverständlich, auch einmal in größerer Runde ihre Meinung zu sagen. Diese Haltung schafft eine Selbstverständlichkeit, die man den Kindern anmerkt. Sie sind engagiert, Ideen einzubringen und setzen sich für ihre Wünsche selbstbewusst ein.

Weihnachten

„Die Erfahrung, dass nicht die Lautesten „gewinnen“, sondern die Mehrheit in einer demokratischen Abstimmung eine Entscheidung trifft, ist besonders in Zeiten der Radikalisierung wichtig“, so Thünemann. „Wir befinden uns auf einem guten Weg und merken, dass die Kinder viel Selbstbewusstsein aufbauen, wenn sie ihre eigenen Entscheidungen treffen dürfen und ermutigt werden, sich einzubringen.“

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