1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Altenberge
  6. >
  7. Steuerquelle sprudelt munter weiter

  8. >

Finanzamt Steinfurt verbucht neue Rekordeinnahmen für 2021

Steuerquelle sprudelt munter weiter

Steinfurt

Corona, Lockdown, Krankenstände, Firmenpleiten, Produktionsstillstände, Kurzarbeit und Umsatzeinbußen. Offenbar haben das Infektionsgeschehen und die Folgen für Arbeitgeber und -nehmer nicht so schwerwiegende Einbußen in der Region gehabt, wie man vielleicht vermutet hätte. Zumindest was das Steueraufkommen im Einzugsbereich des Steinfurter Finanzamtes angeht, meldet die Behörde für das abgelaufene Jahr 2021 einen neuen Höchststand.

Von Dirk Drunkenmölleund

Corona, Lockdown, Krankenstände, Firmenpleiten, Produktionsstillstände, Kurzarbeit und Umsatzeinbußen. Offenbar haben das Infektionsgeschehen und die Folgen für Arbeitgeber und -nehmer nicht so schwerwiegende Einbußen in der Region gehabt, wie man vielleicht vermutet hätte. Zumindest was das Steueraufkommen im Einzugsbereich des Steinfurter Finanzamtes angeht, meldet die Behörde für das abgelaufene Jahr 2021 einen neuen Höchststand. Es ist nach einem kleinen Rückgang von 1,23 Milliarden Euro in 2019 zu 1,20 Milliarden Euro in 2020 wieder gestiegen und hat mit 1,31 Milliarden Euro in 2021 sogar einen neuen Rekordwert erreicht. In Prozentpunkten ausgedrückt macht das im Bereich des Finanzamts Steinfurt ein Plus von 9,6 gegenüber dem Vorjahr 2020 aus.

Die positive Entwicklung spiegelt sich auch bei den wichtigsten Steuerarten wider: bei der Lohnsteuer (432,1 Mio. Euro) mit einem Plus von 4,2 Prozent, bei der Einkommensteuer (215,6 Mio. Euro) mit einem Plus von 31,1 Prozent, bei der Körperschaftssteuer (96,6 Mio. Euro) mit einem Plus von 85,3 Prozent und bei der Grunderwerbssteuer (42,8 Millionen Euro) mit einem Plus von 21,4 Prozent. Lediglich bei der Umsatzsteuer sind die Einnahmen 2021 (418,2 Mio. Euro) um gut drei Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken.

„Besonderheiten bestehen nicht“, hält sich Dorothee Langemeyer mit einer Bewertung der Entwicklung zurück. Der Anstieg entspreche dem landes- und bundesweiten Trend. Langemeyer weiter: „Insbesondere lassen sich Aussagen zu Branchen, die durch die Pandemie besonders getroffen sind, nicht tätigen.“ Die Behördenchefin räumt allerdings ein, dass sich dadurch, dass die Abgabefristen für Erklärungen verlängert wurden, eine zeitliche Verschiebung bei der Bearbeitung der Steuerfälle im Vergleich zu den Vorjahren ergibt. In der Folge sei beispielsweise ein Vergleich zwischen den bearbeiteten Fällen in 2021 und den Vorjahren nicht aussagekräftig. Auch Prognosen zu Auswirkungen von Corona auf das Steueraufkommen der nächsten Jahre ließen sich zum aktuellen Zeitpunkt nicht treffen.

Birgit Neyer, Chefin der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises Steinfurt (WESt), wird bei der Interpretation des Zahlenwerks schon deutlicher. Auch sie räumt ein, dass sie zu Beginn der Pandemie mit weniger Einnahmen in den öffentlichen Kassen gerechnet hätte. Aber die Wirtschaft im Kreis Steinfurt habe wiederholt bewiesen, „dass sie zupacken kann, wenn Schwierigkeiten da sind“. Flexibilität, die Bereitschaft, auf Veränderungen im Markt schnell zu reagieren und die Fähigkeiten, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, seien ein dickes Plus, Krisen zu meistern. Neyer: „Hier wird nicht darauf gewartet, dass man gerettet wird. Hier hilft man sich selber.“ Das Innovationspotenzial in der Wirtschaft sei groß, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Insbesondere der Ausbau der Digitalisierung habe der wirtschaftlichen Entwicklung einen großen Schub gegeben – natürlich auch mit Folgen für den Arbeitsmarkt. Die Beschäftigungsquote sei hoch. Die Auftragsbücher im Handwerk, insbesondere der Baubranche, seien voll. Neyer verwies in diesem Zusammenhang auch auf die gerade veröffentlichten „Hidden Champions“ im Kreis Steinfurt und deren Innovationskraft- und -potenzial, die Region nach vorne zu bringen. Unter anderem komme der Fachhochschule in Steinfurt dabei große Bedeutung zu. Einziges Manko bleibe weiterhin der große Mangel an Fachkräften. Vor diesem Hintergrund sei es dann doch nicht so überraschend, dass das Steueraufkommen noch einmal gestiegen ist.

Startseite
ANZEIGE