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Ausschüsse bringen Planungswettbewerb auf den Weg

Streit ums Totengängsken

Altenberge

Drei Landschaftsarchitekturbüros können sich nun an die Arbeit machen, um Pläne für die Neugestaltung des Alten Friedhofs zu erarbeiten.

-ar-

Der Alte Friedhof ist im Ortskern die einzige grüne Lunge. Sie soll behutsam umgestaltet werden. Drei Landschaftsarchitekten machen sich jetzt Gedanken dazu. Foto: Gemeinde Altenberge

Der Wettbewerb um den besten Entwurf für den Alten Friedhof kann starten. Umwelt- und Bauausschuss haben in ihrer gemeinsamen Sitzung am Montagabend die Mehrfachbeauftragung für drei Landschaftsarchitekturbüros mit großer Mehrheit auf den Weg gebracht. Was sich bei der Diskussion aber schon abzeichnete: Friede, Freude, Eierkuchen herrscht unter den Fraktionen trotzdem nicht, gibt es doch durchaus unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie die einzige grüne Lunge im Ortskern schick gemacht werden soll.

Konfliktpotenzial

So birgt gerade das Totengängsken Konfliktpotenzial. Genauer gesagt, ob es im Zuge der Umgestaltung des Friedhofs künftig komplett geöffnet wird – oder eben nicht. Mit einer endgültigen Entscheidung können sich die Parlamentarier noch ein bisschen Zeit lassen. Die Landschaftsarchitekten sollen so arbeiten, dass „die Pläne auch ohne Totengängsken funktionieren“, wie in der Sitzung deutlich gemacht wurde. „Das muss alles im politischen Prozess geklärt werden“, konkretisierte Bürgermeister Karl Reinke.

400.000 Euro

Matthias Große Wiedemann machte unmissverständlich klar, dass ein Durchstich mit der CDU nicht zu machen ist. Darum die Enthaltung der Fraktion bei der Abstimmung des Bauausschusses. „Wir sollten von der Option keinen Gebrauch machen“, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende wörtlich. Das sieht der Heimatverein zum Beispiel anders. Der möchte die historische Wegesituation wieder herstellen und den alten Durchgang von der Friedhof- bis zur Borghorster Straße reaktivieren.

Wegesituation

Auch die angepeilten 400.000 Euro für die Maßnahme kamen jetzt nicht überall so gut an. Die Liberalen möchten weniger Geld ansetzen, wären auch mit „punktuellen Veränderungen“ in dem kleinen Park zufrieden. Und Ronald Baumann mahnte für die Sozialdemokraten ein „behutsames Wiederherrichten“ an. Schließlich sei die Anlage immer noch ein Friedhof. Die Argumentation der Grünen ging in eine ähnliche Richtung. Die Fraktion findet es darum ausgesprochen gut, dass sich die planerischen Vorgaben in einem relativ engen Rahmen bewegen und zum Beispiel keinen Spielraum für irgendwelche Neubauten lassen.

Die drei Planer haben jetzt bis Ende Oktober Zeit. Einen Monat später hat die Jury das Wort und im Dezember soll der Rat entscheiden, welches Büro den Auftrag erhält. Für die Arbeit im Wettbewerb erhält jedes Büro 6000 Euro, zur Hälfte bezuschusst vom Land.

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