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Grüne verdoppeln Ergebnis von 2017 / SPD legt ebenfalls zu / FDP stabil

Talfahrt der CDU hält an

Altenberge

Die CDU verliert nicht nur auf Bundesebene kräftig, auch vor Ort in Altenberge. Die SPD schafft bei der Bundestagswahl dagegen einen Aufwärtstrend, die Grünen verdoppeln ihr Ergebnis von 2017 und die FDP kommt wieder klar über die Zehn-Prozent-Marke.

Von Martin Schildwächterund

Bereits am Sonntagmorgen gaben zahlreiche Bürgerinnen und Bürger in der Gaststätte Geuker-Wiedemann ihre Stimme ab. Lauren Lingnau (v.l.), Birgit Tauchert und Hubert Hersping sorgten für den reibungslosen Ablauf der Wahl. Foto: mas

Die Talfahrt der der CDU hält weiter an: In Altenberge kamen die Christdemokraten bei der Bundestagswahl am Sonntag auf 32,7 Prozent der Stimmen. 2013 sah die Welt für die CDU noch ganz anders aus: 47,5 Prozent wurden damals notiert, vier Jahre später, 2017, schaffte die CDU noch stattliche 42,7 Prozent. „Das war der nächste Schlag nach der Kommunwahl“, sagte Tim Warmeling, der erst vor wenigen Wochen zum neuen Vorsitzenden des örtlichen CDU-Ortsverbands gewählt worden war. „Ich bin sehr enttäuscht und unzufrieden“, so Warmeling. „Die Aufholjagd der letzten Wochen hat leider nicht gereicht.“

Tief enttäuscht

Offenbar habe der „Kandidat Scholz mehr gezogen“, sagte Tim Warmeling. Demgegenüber sei Armin Laschet öfter unglücklich aufgetreten. Wie geht es weiter? „Das wird sehr spannend werden“, so Warmeling. Fest stehe: „Die CDU muss sich von Grund auf erneuern.“ Und das gelte nicht nur für die Bundes-, sondern auch auf kommunaler Ebene.

Geschlossenheit

Mit der SPD geht es dagegen in Altenberge wieder aufwärts, schließlich erreichten sie 24,4 Prozent. 2017 kamen die Sozialdemokraten nur auf 19,6 Prozent der Stimmen. Das große Engagement der Partei vor Ort lobte Ronald Baumann, Vorsitzender der Altenberger SPD-Ortsvereins. Es sei beispielsweise sicherlich hilfreich gewesen, die Erstwähler persönlich anzuschreiben. Positiv habe sich zudem ausgezahlt, dass die SPD „geschlossen hinter dem Kanzlerkandidaten Scholz gestanden“ habe. Auf mögliche Koalitionen angesprochen, meinte der SPD-Vorsitzende am Sonntagabend: „Man darf gespannt sein, wie es weitergeht.“ Eine große Koalition halte er für wenig wahrscheinlich. „Da würde es sicher erhebliche Widerstände geben.“

„Wir müssen schauen, wo wir am meisten unsere grünen Inhalte unterbringen können“, sagt Werner Schneider, Vorsitzender der Altenberger Grünen, mit Blick auf die bevorstehenden Koalitionsverhandlungen in Berlin. Mit dem Altenberger Ergebnis ist der Grünen-Chef „sehr zufrieden“. Schließlich habe seine Partei das Ergebnis von 2017 (10,5 Prozent) am gestrigen Sonntag mit 20,6 Prozent fast verdoppeln können.

Regierung

„Wir können jetzt Regierungsverantwortung mit übernehmen“, freute sich Jochen Hüsing, Ortsverbands-Vorsitzender der FDP, am Sonntagabend. Dabei hätte sich Hüsing durchaus ein oder zwei Prozentpunkte mehr gewünscht, um an das Ergebnis der Kommunalwahl (rund 14 Prozent) heranzureichen. Die nun erreichten 11,8 Prozent seien dennoch „sehr solide“. Für den Bund wünsche er sich am liebsten eine Jamaika-Koalition.

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