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60 Gläubige nehmen an der öffentlichen Pfarrversammlung zum Thema „Pastoraler Raum“ teil

Tendenz geht Richtung Nordwest

Altenberge

Rund 60 Gläubige nahmen am Sonntag nach dem Gottesdienst an der öffentlichen Pfarrversammlung zum Thema „Pastoraler Raum“ im Karl-Leisner-Haus teil. Am Ende gab es eine eindeutige Tendenz, mit welchen Pfarrgemeinden künftig enger kooperiert werden soll.

Von Matthias Lehmkuhl

Rund 60 Mitglieder der Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist nahmen an der Vorstellung des Pastoralen Raums am Sonntagvormittag im Karl-Leisner-Haus teil. Foto: Matthias Lehmkuhl

Abnehmende personelle u

 nd auch finanzielle Ressourcen machen eine Reorganisat

 ion der hauptamtlichen Seelsorge im Bistum Münster für die Zukunft notwendig. Die Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist ist zwar aktuell mit Pfarrer Heinz Erdbürger, Pastor Stepan Sharko und Pastor Dr. Rogers Biriija im Vergleich zu anderen Pfarrgemeinden in der Nachbarschaft personell noch gut aufgestellt, aber mittelfristig sind auch im Hügeldorf Engpässe zu erwarten.

Umfeld

Die Vertreter der Kirchengemeinde im Pfarreirat und im Kirchenvorstand beschäftigen sich seit einem Jahr mit den zukünftigen pastoralen Strukturen im Umfeld der Kirchengemeinde. Am Sonntag stellten Stefan Evers (Kirchenvorstand und Mitglied im Kirchensteuerrat des Bistums), Angelika Wiedau-Gottwald (Pfarreirat) und Prof. Dr.-Ing. Bernward Büsse (Kirchenvorstand) im Rahmen einer öffentlichen Pfarrversammlung die Ergebnisse vor. Rund 60 Gläubige waren im Karl-Leisner-Haus erschienen. Als neutraler Moderator fungierte Max Eickmann, Pastoralreferent aus Rheinberg.

Handlungsdruck

Die Zahl der Priester, der geistlichen Berufe und Berufungen werde in den kommenden Jahren dramatisch zurückgehen. Eine Seelsorge wie bisher können nicht mehr aufrechterhalten werden. „Da haben wir einen gewissen Handlungsdruck. Es wird aber keine Fusion geben“, stellte Stefan Evers von Beginn an klar. Ziel sei es, einen Pastoralen Raum zu schaffen, mit mindestens 40 000 Katholiken. Da die Pfarrgemeinde Altenberge schon sehr intensiv mit der Pfarrgemeinde Nordwalde kooperiert und St. Dionysius sich für eine Ausrichtung nach Steinfurt-Borghorst ausgesprochen habe, „schlagen Pfarreirat und Kirchenvorstand gemeinsam vor, den Nordwalder Weg mitzugehen“, so Angelika Wiedau-Gottwald und Stefan Evers. Steinfurt vor allem, weil dort sehr viele kirchliche Institutionen wie beispielsweise die Caritas oder auch das Kreisjugendamt ihren Sitz haben.

Bindend

Das bedeutet, dass sich alle drei Pfarrgemeinden den Pastoralen Raum mit Ochtrup, Metelen, Horstmar, Laer, Nordwalde und Altenberge vorstellen können. „Das was jetzt territorial festgezurrt wird, wird auch für den Nachfolger von Bischof Felix Genn bindend sein“, betonte Pfarrer Heinz Erdbürger, der auch die künftige finanzielle Problematik aufführte.

Thema Finanzen

Ab dem 1. Januar 2024 werde der aktuelle Personalschlüssel heruntergefahren. Die Kirchensteuerzahlen gehen jetzt schon rapide nach unten. „Bis jetzt geht es noch, weil wir gut kalkuliert haben. Das wird aber ab 2025 anders, weil dann die Haushalte nicht mehr ausgeglichen sind. Dann muss man die Ausgaben anpassen, weil man nicht mehr so viel Geld zur Verfügung hat“, erklärte Erdbürger. Außerdem seien die Kirchenaustritte aktuell sehr hoch. „Ich glaube nicht, dass die Zahlen 2026, 2027 runtergehen. Denn ab 2025/26 kann man online austreten. Dann ist die Schwelle deutlich niedriger.“ Probleme zeichnete der Seelsorger auch bei der Beschäftigung von Küstern oder Organisten auf. Das Vermögen der Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist bleibe die nächsten zehn 20 oder 25 Jahre unangetastet, meinte Stefan Evers.

Ergebnis

Am Sonntag ging es jedoch nur um die Frage des Pastoralen Raums. Bei der anschließenden Meinungsbildung stellte sich eindeutig heraus, dass alle der rund 60 anwesenden Gläubigen mit Nordwalde und Steinfurt-Borghorst kooperieren, um einen Pastoralen Raum mit den fünf westlichen Pfarrgemeinden einzugehen. Dieses Ergebnis wird an das Bischöfliche Generalvikariat geschickt.

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