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Bläserquartett Talking Horns gibt Konzert

Überzeugend auf ganzer Linie

Altenberge

Tolle Unterhaltung bot das Bläserquartett Talking Horns vor Stenings Scheune

Von Matthias Lehmkuhl

Ob das Kölner Bläserquartett Talking Horns seinen Namen von der 1991 aufgelösten amerikanischen Post-Punk- und New-Wave-Band „Talking Heads“ abgeleitet hat, war am Samstagabend nicht zu klären. Jedenfalls hatte die Musik der vier Protagonisten nichts mit David Byrne und Co. zu tun. Achim Fink (Posaune, Tenorhorn, Basstrompete, Tuba, Sousaphon und Percussion), Stephan Schulze (Posaune, Bassposaune, Tenorhorn, Tuba, Flügelhorn und Percussion), Bernd Winterschladen (Tenor- und Baritonsax und Percussion) und Reiner Witzel (Alt-Sopransaxophon und Percussion), der den im Urlaub befindlichen Stamm-Bläser Andreas Gilgenberg hervorragend ersetzte, waren ausgezeichnete Interpreten des Jazz. Das Bläserquartett überzeugte auf ganzer Linie.

Aufgrund der Corona-Auflagen konnte Franz Müllenbeck, Vorsitzender des Heimatvereins, nur 90 Personen begrüßen. Die Gemeinde und der Heimatverein hatten zusammen mit dem Träger des Klangkunstfestivals Soundseeing, der Landesmusikakademie NRW, zu diesem Jazz-Konzert eingeladen. Bereits sechs Mal beteiligte sich Altenberge an dieser Konzertreihe, die bisher im Eiskeller stattgefunden hat, so Franziska Mahlmann, Altenberges Kulturbeauftragte.

„Sie brauchen keine Angst zu haben. Den Krach, den wir machen, machen wir nur, damit wir bis hinten zu hören sind. Die Aerosole, die wir versprühen, sind nicht der Rede wert. Man kann mit einer Trompete keine Kerze ausblasen. Da kommt vorne nur ein kleines bisschen Luft raus“, beruhigte Achim Fink das Publikum mit einem Augenzwinkern und kündigte sogleich das erste Stück „Zwischenräume“ an. Bis auf das mit Jazzelementen erweiterte Kirchen-Orgel-Stück „Der Geist des Herrn erfüllt das All“ waren alle 18 perfekt abgestimmten Tracks inklusive Zugabe selbst komponiert.

Saxofon

Der Kontakt zwischen Publikum und den „Talking Horns“ war sofort geknüpft, was neben der spielerischen Klasse der Truppe sicher auch mit deren charmanten Auftreten zu tun hatte. Dass ein Bläserquartett auch ohne Verstärker, Mikrofon, Lichteffekte und einer Rhythmusgruppe so exzellent grooven kann, wie es Talking Horns taten, setzte so manche Besucherin und manchen Besucher in Staunen. Sousaphon, Hörner, Trompeten, Posaunen und Saxofone wurden munter durchgewechselt und bewirkten stets eine überraschende Sounddichte.

Ohne Verstärker

Die immer wieder eingestreuten Gags bei der Vorstellung der weiteren Titel, wie beispielsweise „Trompetenärmel“, „Neun Alt vier Killepitsch“ (ursprünglich „Neun Kölsch vier Korn“), „Schnulze für Schulze“, „Schaschlik-Polka“, „Slivowitz“ oder auch „Döner komplett“ sorgten für herzhaftes Lachen. Die ausgefuchsten kompositorischen Arrangements ließen die Herzen der Musikgenießer höher schlagen. Beeindruckend die Improvisationsbegabung der vier Bläser, vor allem dann, wenn sie ihre Blasinstrumente abstellten und mit Rasseln, Egg-Shaker, Schellen, Glocken, Pfeifen oder auch mit dem Güiro gekonnt „hantierten“. Fast zwei Stunden lang verzückten „Talking Horns“ das zufriedene Publikum, unter das sich auch Landrat Dr. Martin Sommer mit Ehefrau Tram gemischt hatte.

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