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„Literatur für Liebhaber“ in der Kulturwerkstatt

Universalgenie der Renaissance

Altenberge

In der Reihe „Literatur für Liebhaber“ stand nun der Maler, Bildhauer, Baumeister und Dichter Michelangelo im Mittelpunkt.

-nix-

Marion und Markus von Hagen gestalteten wieder einen kurzweiligen und informativen Nachmittag Foto: Nix

„Michelangelo“ Buonarotti (1475-1564) ist einer der schillerndsten Maler, Bildhauer und Baumeister Italiens. Kaum einer kann sich dermaßen vieler Gemälde, Fresken, Gebäude und Skulpturen rühmen wie der Mann einer Familie aus Florenz. Auftraggeber waren vor allem die Päpste wie Julius II. Legendär sind nicht nur die Gemälde der Sixtinischen Kapelle. 1547 wurde das Universalgenie zum Architekten auf Lebenszeit für den Bau der Peterskirche in Rom ernannt.

Rom

Weniger bekannt ist, dass Michelangelo neben Dante, Leopardi, Tasso und Petrarca zu den fünf bedeutendsten italienischen Dichtern gerechnet wird. Seine Verse sind tiefgründig und humorvoll. „Von seinem Werk sind uns 302 Gedichte in Form von Sonetten, Madrigalen, Epigrammen und Canzonen überliefert sowie zahlreiche Briefe“, sagte Markus von Hagen am Sonntag in einer weiteren Folge der Veranstaltungsreihe „Literatur für Liebhaber“ in der Kulturwerkstatt. Der Kabarettist und Rezitator gestaltete gemeinsam mit seiner Frau Marion einen kurzweiligen Nachmittag.

302 Gedichte

Die Schöpfungen des Künstlers sind dermaßen raumgreifend, dass sich der amerikanische Schriftsteller Mark Twain (1835-1910) einmal zu der Bemerkung hinreißen ließ: „Der Schöpfer hat Italien nach Entwürfen von Michelangelo gemacht.“ Schon als Kind träumte der Florentiner von einer kreativen Karriere.

„Viele seiner Gedichte sind geistlich und befassen sich mit den letzten Dingen des Lebens“, so Marion von Hagen. Doch auch die Liebe wird mit Sonetten meist im Stil Petrarcas (1304-1374) zum großen Thema. Dabei geht es dem Zeitgeist entsprechend um den stufenweisen Aufstieg vom Niederen zum Höheren: „Ewiges nimmt nur seines Gleichen wahr, so wird sie göttlich, schön und ehrlich dort.“ Das schreibt der Dichter in dem Poem „Sag mir Amor, seh‘n meine Augen denn“ aus einer Sammlung von Dichtungen Michelangelos.

Liebe

Er kann aber auch bissig, geradezu bösartig schreiben wie in seinem Spottgedicht „auf eine hässliche Frau“: „So süß wie Mus ist dein Gesicht, o Schöne, so glatt, als wär‘ ein Schnecklein drauf spaziert, wie Rüben zart, es gleichen deine Zähne den Pastinaken und dein Auge stiert…“ Seine Vierzeiler wirken tiefsinnig, wie bei der „Grabinschrift eines Mädchens“: „Nicht mordete mit hoher Jahre Waffen, der Tod die Schönheit, die der Staub hier deckt; er nahm sie schnell, auf dass sie unbefleckt zum Himmel kehre, schön wie sie geschaffen.“

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