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Verkehr auf der Krüselstraße gezählt, Beratung im Umweltausschuss am Montag

Verwaltung will keine Kegel

Altenberge

Geht es nach der Verwaltung, gibt es auf der Krüselstraße keine Verkehrsberuhigung. Das letzte Wort hat aber wie immer die Politik, die am Montag berät.

Die Verkehrsbelastung ist nach den Messungen der Gemeinde auf der Krüselstraße zu gering für Maßnahmen wie Beete oder Freiburger Kegel. Der Umweltausschuss berät über das Thema am Montag. Foto: Axel Roll

Der berühmte Satz mit x: Folgt die Politik der Argumentation der Verwaltung, dann wird es mit einer Verkehrsberuhigung auf der Krüselstraße nix. Dafür ist auf der Strecke zwischen den Hausnummern 1 bis 23 verkehrlich zu wenig los. Mengen- und tempomäßig.

Die Idee für Blumenbeete, die in die Fahrbahn hineinragen und damit den Verkehrsfluss bremsen, hatte die CDU-Fraktion. Sie stellte im April des vergangenen Jahres einen entsprechenden Antrag. Bei den Beratungen im Umweltausschuss hatte die Verwaltung vorgeschlagen, erst einmal Messungen auf der Krüselstraße vorzunehmen, ehe irgendjemand die Schüppe in die Hand nimmt.

Die Ergebnisse der Autozählungen und Geschwindigkeitsmessungen liegen inzwischen vor. Das hat ein bisschen länger gedauert, weil erst einmal die Boakenstiege wieder freigegeben werden sollte. Bekanntlich war die Krüselstraße durch die monatelange Sperrung über Gebühr belastet.

So standen die elektronischen Verkehrszähler Mitte November für acht Tage an der Straße. Demnach fahren gerade einmal 77 Fahrzeuge am Tag über die Strecke. Der Spitzenwert lag bei 108. Zum Vergleich: Bei der Planung von Wohnstraßen gehen die Experten von einer Belastung bis zu 400 Kfz am Tag aus. Ergo: „Der gemessene Wert liegt deutlich unter den Richtwerten für eine Wohnstraße“, wie die Verwaltung formuliert.

Eine ähnliche Situation bei den dokumentierten Geschwindigkeiten. Die Krüselstraßenfahrer sind offensichtlich sehr diszipliniert. 85 Prozent von ihnen lassen die Tachonadel nur minimal über die 30er-Marke hüpfen. Der Kreis Steinfurt als zuständige Straßenverkehrsbehörde kommt somit zu dem Schluss, „dass eine Verkehrsberuhigung aufgrund unkritischer Ergebnisse der angestellten Verkehrsmessung“ nicht notwendig sei, wie die Gemeinde in ihrer Beschlussvorlage für den nächsten Umweltausschuss schreibt. Der tagt am kommenden Montag und wird vor diesem Hintergrund erneut über den CDU-Antrag beraten.

Bei der Mai-Sitzung des Gremiums war auch die Verkehrsberuhigung mit sogenannten Freiburger Kegeln diskutiert worden, die derzeit noch auf der Bahnhofstraße die Raser im Zaum halten sollen. Viele Politiker sprachen sich damals für ein Gesamtkonzept in Sachen Verkehrsberuhigung aus. Wie die SPD. Sie forderte zudem eine Priorisierung der einzelnen Maßnahmen. Die Grünen hatten damals ähnlich argumentiert: Ein grundsätzliches Ja zum CDU-Antrag. Aber es müsse eine generelle Regelung für alle Straßen geben. Die FDP lag damit auf einer Linie.

Die Christdemokraten hatten den Antrag auf den Weg gebracht, weil sie von den Anwohnern der Krüselstraße angesprochen worden waren. In den vergangenen Jahren seien dort viele junge Familien mit kleinen Kindern hingezogen, die sich eine sichere Straße wünschten. Manfred Leuker, Ex-Polizist und selbst Anwohner der Straße, hatte damals betont, dass die Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer oberste Priorität haben müsste.

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