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Grüne nehmen zu Kümper V Stellung

„Völlig normale Prozesse“

Altenberge

Überrascht zeigen sich die Grünen darüber, dass der Unternehmer Manuel Post nicht ins Gewerbegebiet Kümper V zieht.

Von und

Nach Ansicht der Grünen wird Kümper V „das modernste und nachhaltigste Gewerbegebiet in Altenberge“, so das Grünen-Ratsmitglied Stefan Lammers. Foto: mas

Entwicklungen von Gewerbegebieten sind aufwendige und mehrstufige Prozesse, an denen viele Abteilungen im Rathaus beteiligt sind“, so die Grünen in einer Pressemitteilung und reagieren damit auf eine Äußerung von Unternehmer Manuel Post. Dieser hatte in den WN kritisiert, dass das Vergabeverfahren für Kümper V nicht gut gelaufen sei. Post selbst hatte sich für ein Grundstück im Gewerbegebiet Kümper V interessiert – war dann aber von seinen Kaufabsichten zurückgetreten.

Vergabekriterien

„Für das Gewerbegebiet Kümper V war die Sachlage besonders kompliziert. Denn nach dem Rückzug der Firma Tauber wurde eine möglichst schnelle Überplanung des gesamten Areals angestrebt, um es erneut, aber in anderer Form vermarkten zu können“, so Stefan Lammers Fraktionsvorsitzender und Mitglied des Haupt-, Wirtschafts-, Finanz- und Digitalisierungssauschuss. „Wenn nun dennoch bereits unterschriftsreife Kaufoptionen vorliegen, zeigt dieses vor allem, dass hier sehr viele Personen in der Verwaltung einen guten Job gemacht“ haben, so Lammers weiter.

Auch die Grünen sind der Meinung, dass vor einer Vergabe der Gewerbegrundstücke die Vergabekriterien feststehen sollten und haben dies in den vergangenen Jahren immer wieder eingefordert. „In diesem Falle sind wir ausnahmsweise davon abgewichen und konnten den Vorschlägen der Verwaltung folgen, um den Prozess zu verkürzen und Gewerbetreibenden, die unter Zeitdruck standen, zeitnah eine Option zu bieten“, so Ulla Kißling, Fraktionsvorsitzende der Grünen.

Photovoltaik

Insgesamt sei der Flächenverbrauch in der Region viel zu hoch, so das Grünen-Sprecherteam weiter. Deshalb sei es wichtig, dass bei der Vergabe der wenigen noch vorhandenen und geplanten Gewerbeflächen in Altenberge nun verstärkt auch nachhaltige Kriterien, wie zum Beispiel Photovoltaik und Begrünungskonzepte berücksichtigt werden. „Die letzte Kommunalwahl hat gezeigt, dass hier neue Konzepte gewünscht werden und man nicht mehr auf alte Rezepte der letzten Jahrzehnte setzen möchte“, erklären Kißling und Lammers. Und sie ergänzen: „Nachhaltige Kriterien sind wir aber nicht in erster Linie den Wählerinnen und Wählern, sondern insbesondere den nachfolgenden Generationen schuldig.“

„Kümper V wird jetzt das moderneste und nachhaltigste Gewerbegebiet in Altenberge“, so Stefan Lammers weiter. „Es zeigt in die Richtung, in die sich auch andere Kommunen in Zukunft bewegen werden oder werden müssen.“

Nachhaltigkeit

Wenn nun von einem Unternehmen beklagt wird, dass das Verfahren „nicht gut gelaufen“ sei und man deswegen eine Kaufoption ausschlägt, sei das sehr verwunderlich, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Fraktionsspitze in einem persönlichen Gespräch mit Bewerbern versucht hatte, Abläufe zu erläutern und Bedenken auszuräumen, so die Grünen. „Außerdem seien für Unternehmen normalerweise nicht die Verfahren, sondern die Konditionen beim Ankauf von Gewerbeflächen relevant.“ Aber wenn einige Unternehmen Kaufoptionen ausschlagen, andere sie annehmen, seien „das völlig normale, marktwirtschaftliche Prozesse“.

Begrünung

Die Vergabe von Bauland sei „ein hochsensibler Bereich, der eine feine Balance zwischen Bürger-, Umwelt- und Wirtschaftsinteressen erfordert“, so die Grünen. Diese Interessen können sehr unterschiedlich gelagert und die Verhandlungen deshalb schwierig sein. „Das erfordert zum einen eine professionelle Distanz aller Beteiligten und auch, dass zentrale finanzielle sowie zivilrechtliche Aspekte zunächst im nichtöffentlichen Teil von Ausschuss und Ratssitzungen besprochen werden“, meinen die Grünen.

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