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Künstlerin Chiemi Nakagawa veranstaltet digitales Residenzprogramm in der Kulturwerkstatt

Von Hiroshima nach Altenberge

Altenberge

Seit sieben Jahren lebt die japanische Malerin Chiemi Nakagawa in Altenberge. Die Künstlerin bietet seit Anfang der Woche ein sogenanntes Residenz-Programm in der Kulturwerkstatt an, an dem sich Interessierte online beteiligen können. Während dieses Projektes sind auch vier Zoom-Workshops geplant.

Von Matthias Lehmkuhlund

Chiemi Nakagawa veranstaltet ein digitales sogenanntes Residenzprogramm in der Kulturwerkstatt. Foto: Matthias Lehmkuhl

Wer schon einmal eine Rundreise durch Japan absolviert hat, dem müssen die einzigartigen Traditionen und zugleich der ungebrochene Glaube an den technischen Fortschritt, mit tiefer Liebe zur Natur trotz schier uferlosen Metropolen zwischen Gebirge und Meer aufgefallen sein. Für viele deutsche Touristinnen und Touristen ist das „Land der aufgehenden Sonne“ ein Kulturschock. Aber was viele nicht Bedenken: Diesen Eindruck erhalten auch Japanerinnen und Japaner, die Deutschland besuchen.

Ohne Deutschkenntnisse ist 2006 die Japanerin Chiemi Nakagawa für ein Kunststudium nach Deutschland gekommen. Weil sie sich mehr durch Zufall für die Kunstakademie Münster entschieden hatte, erfuhr auch sie so etwas wie einen Kulturschock. „Ich dachte Münster ist München, weil von Japan aus auf der Landkarte nur München als Stadt für ein Kunststudium zu sehen war. Aber ich bin froh, dass ich in Münster gelandet bin, weil diese Stadt nicht so groß ist. Ich mag keine großen Städte“, gibt die 39 Jahre alte Malerin aus der 1,2-Millionen-Metropole Hiroshima zu. Vor sieben Jahren ist Chiemi Nakagawa mit ihrem Mann auf einen Bauernhof in Altenberge gezogen.

Seit dieser Woche führt die japanische Künstlerin ein einmonatiges sogenanntes Residenzprogramm als Online-Veranstaltung in der Kulturwerkstatt durch. Residenzen stellen laut Auswärtigem Amt Künstlerinnen und Künstlern Zeit, Raum und Ressourcen zur Verfügung, um sich herausgelöst aus ihrer normalen Alltagsumgebung und deren Zwängen auf einzelne Projekte oder Fragestellungen konzentrieren zu können. Das Projekt der Meisterschülerin der Kunstakademie Münster wird vom NRW-Stipendienprogramm „Auf geht’s!“ für freischaffende Künstlerinnen und Künstler gefördert.

„Ich wollte eigentlich eine große Scheune in Altenberge mieten, damit ich kunstinteressierte Menschen aus Altenberge hätte einladen können, um mit ihnen zusammen zu malen und mich mit ihnen über Kunst unterhalten zu können. Leider hat mir Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht“, erläutert die 39-Jährige.

Ihr Ziel sei es, einen neuen Blick auf ihre künstlerische Arbeitsweise zu werfen und gleichzeitig neue, hauptsächlich großformatige Werke zu schaffen. „In vier Online-Veranstaltungen mit Besuchern werden meine Heimat Hiroshima und die damit verbundene japanische Kultur Themen sein“, kündigt Chiemi Nakagawa an.

„Ich arbeite schon länger und sehr gerne mit Chiemi zusammen. Und ich finde es mega-spannend, solchen Projekten zu helfen und Leben einzuhauchen“, unterstreicht Susanne Opp Scholzen. Die Leiterin der Jugendkreativwerkstatt ergänzt, sie finde es besonders aufregend, dass in der Kulturwerkstatt, in der üblicherweise vor allem Aufführungen und Konzerte stattfinden, seit Anfang der Woche ein Projekt der bildenden Kunst durchgeführt wird.

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