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6-Zylinder-Konzert

„Was soll ich bloß in New York?“

Altenberge

Die erste große Open-Air-Veranstaltung auf dem Gelände des Heimathauses war ein voller Erfolg. Kein Wunder: Schließlich traten die 6-Zylinder auf. Und die hatten einen „Sahne-Tag“.

Rainer Nix

Die Zuschauer waren begeistert: Die 6-Zylinder zogen alle Register ihres gesanglichen und choreografischen Könnens. Foto: nix

Cool und lässig, aber auch mitreißend und quirlig, die „6-Zylinder“ können alles. Erstmals war das kultige A-cappella-Ensemble am Samstagabend zu Gast beim Heimatverein, der zugleich seine erste große Open-Air-Veranstaltung präsentierte. Und die war gleich ein voller Erfolg. Das vereinseigene Areal zwischen Stenings Scheune und Heimathaus wurde zum Konzertsaal. 250 Menschen waren dort. Sie amüsierten sich trefflich über die humorigen Texte und bewunderten den perfekt arrangierten Gesang,

250 Zuschauer

„Wenn das heute was wird, machen wir das auch öfter“, versprach Franz Müllenbeck, Heimatvereins-Vorsitzender, zur Begrüßung. „Das Wetter ist super, haben wir natürlich extra bestellt.“ Was passiert wäre, falls es wie aus Kübeln geregnet hätte? „Na dann hätten wird das Konzert in die Kirche verlegt“, sagte Müllenbeck, stets zu Scherzen aufgelegt, „den Pfarrer hatte ich allerdings noch nicht gefragt.“

Das Super-Sommerwetter zerstreute alle Bedenken im nu. „Wir singen ein paar schöne Liedchen“, kündigte Ensemble-Mitglied Winne Voget in schlichter Untertreibung an. Er und seine musikalischen Mitstreiter Roland Busch, Jos Gerritschen, Thomas Michaelis und Henrik Leidreiter gaben an diesem Abend alles. Besondere Spezialität der stimmgewaltigen Fünfe ist, neue Texte zu bekannten Melodien zu verfassen. Thematisch hatten sie unter anderem die Sitten und Gebräuche eingeborener Westfalen und das Wetter drauf. Aus dem Albert Hammond-Superhit „It never rains in Southern California“, veröffentlicht in 1972, wurde „Warum regnet es so viel in Südwestfalen?”. Gleich zückte das Publikum die Smartphones und schoss Fotos, als die 6-Zylinder bunte Schirme in ihre Choreographie einbanden. Schön schmalzig wurde es derweil etwa bei der Liedzeile „Ich werd‘ weiter nach dem Weg zu deinem Herzen suchen“.

Udo Jürgens

Den Udo-Jürgens-Hit „Griechischer Wein“ funktionierten die Sänger zur Hommage an das Konditorhandwerk um. Schon der Refrain „Frankfurter Kranz, Buttercreme und Mandelsplitter“ ließ keine Zweifel offen. Schwerpunktmäßig regional wurde es dann, als Urwestfale „Karl-Heinz Holkenbrink“ graubekittelt und mit grünem Cordhut die Bühne betrat. Konsequent verfolgte er sein Ziel, „westfälisches Gedankengut unter die Menschen zu bringen“. Hinreißend war die deutsche Neuinterpretation des Klassikers „Englishman in New York“ von Sting aus dem Jahr 1987. „Westfalen gehen nicht fort“, verrieten die 6-Zylinder und Holkenbrink fragte: „Was soll ich denn bloß in New York?“ Das konnte niemand so wirklich beantworten.

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