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Konzert unter dem Titel „Sehnsucht“

Werke für Mozarts Erfindung

Altenberge

Ein Kammerkonzert unter dem Titel „Sehnsucht“ findet am Sonntag (18. September) um 17 Uhr in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist statt. Auf dem Programm stehen mit Werken von Mozart und Brahms die zentralen Meisterwerke der Gattung Klarinettenquintett, also Streichquartett plus Klarinette.

Die jungen Musikerinnen und Musiker des Araja-Quintetts können auf vielfältige Erfahrungen als Solisten, Orchester- und Kammermusiker zurückgreifen. Foto: Samara

Das Konzert ist es das Altenberger Debüt des Araja-Quintetts, eines hochkarätigen Ensembles, das sich im Frühjahr dieses Jahres neu gegründet hat und sich speziell dem eigens für diese Besetzung komponierten Repertoire verschrieben hat.

Als erstes Werk steht Mozarts 1789 komponiertes A-Dur-Quintett KV 581 auf dem Programm. Seine Entstehung verdankt es der engen Freundschaft Mozarts mit Anton Stadler, dem führenden Virtuosen auf der damals noch in der Entwicklung befindlichen Klarinette.

Nicht ohne zärtlichen Spott wurde Stadler vom Komponisten häufig „Riebisgesicht“ (Johannisbeergesicht) genannt, da dieser seinen weithin gerühmten, besonders sanglichen Klarinettenton wohl nicht ohne sichtbare Anstrengung hervorbrachte. Jedenfalls schuf Mozart für seinen Freund das erste Werk überhaupt für die Besetzung Streichquartett plus Klarinette und bei den ersten Aufführungen dürfte der Komponist selbst an der Bratsche mitgewirkt haben. Mozart gelang ein Meisterwerk, das man mit Fug und Recht als eine der schönsten musikalischen Freundschaftsgaben der Musikgeschichte bezeichnen kann und das fortan Maßstäbe setzte.

Der spezielle Klang der von Mozart neu erfundenen Besetzung ist von sehnsuchtsvoll-schwärmerischem Charakter und weist in seiner Klanglichkeit bereits einen Weg in die Romantik.

Johannes Brahms‘ Klarinettenquintett zählt zu den letzten Werken des Romantikers. Max Kahlbeck, Freund des Komponisten und wichtigster Brahms-Biograf, hat das Quintett als „Abschied von der schönen Welt“ interpretiert. Ein Eindruck, der sich angesichts der gefühlssatten Harmonik und Klanglichkeit sehr unmittelbar einstellt, aber auch vor dem Hintergrund von Brahms Leben nicht abwegig erscheint: Eigentlich hatte er etwa ein Jahr zuvor mit dem Streichquintett op. 111 sein kompositorisches Schaffen als beendet angesehen.

Die inspirierende Bekanntschaft mit dem Ausnahme-Klarinettisten Richard Mühlfeld bewog in jedoch, diesen Entschluss zu überdenken und einige Werke für Klarinette zu schreiben, darunter auch das melancholisch-abgeklärte Klarinettenquintett op. 115. Das „Araja-Quintett“ besteht aus dem Klarinettisten Andreas Hermanski, der schon häufiger in Altenberge konzertierte, sowie den Geigern Johannes Gehring und Anna Trukhina, der Bratschistin Anna-Louise Bougie und dem Cellisten Roland Nitsch. Die jungen Musikerinnen und Musiker studieren oder studierten ihre Instrumente an der Essener Folkwang Universität der Künste, der Kölner Musikhochschule und dem „Conservatoire de Lausanne“ und können allesamt auf vielfältige Erfahrungen als Solisten, Orchester- und Kammermusiker zurückgreifen.

Aus kollegialer Freundschaft und Liebe zum wunderbaren Repertoire für ihre Besetzung haben sie sich zusammengetan, um die Werke voller Elan, Inspiration und Spielfreude zu interpretieren. Der Eintritt zu dem Konzert ist frei, um Spenden wird gebeten.

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