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Radfahrleidenschaft von Gisela Niklasch hat wegen der Lockdowns zugenommen

Zum Schwager nach Soest pedaliert

Altenberge

Gisela Niklasch fährt schon immer gern mit dem Fahrrad. So oft es geht, fährt die 60-Jährige mit ihrem E-Bike zur Arbeit nach Borghorst und zurück. Seit der Corona-Pandemie und den strengen Reisebeschränkungen jedoch hat bei ihr die Radfahrleidenschaft richtig an Tempo zugenommen. So erkundete die Altenbergerin die heimischen Regionen auf dem Sattel und radelte sogar zur Verwandtschaft in die Soester Börde.

Von Martin Schildwächter

Gisela Niklasch fährt regelmäßig mit ihrem E-Bike. Wenn es das Wetter zulässt, auch zu ihrem Arbeitsplatz nach Borghorst. Foto: Niklasch

Gisela Niklasch gerät beim Blick auf die Fotos ins Schwärmen? „Ach, sehen Sie hier, ist das nicht schön? Und da erstmal.“ Blumen am Wegesrand, der Blick auf eine Kirche, ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee, Urlaubsbild an Urlaubsbild reiht sich auf ihrem Tablet. Und sofort werden die Erinnerungen bei der Altenbergerin hellwach. „Ich musste mich mit niemanden absprechen“, sagt die 60-Jährige. Einfach ein Ziel aussuchen – und los geht´s.

„Eigentlich“, sagt Niklasch, „bin ich eine Schön-WetterFahrerin.“ Zur Arbeitsstelle beim Caritasverband in Borghorst, wo sie als Personalsachbearbeiterin beschäftigt ist, fährt sie, wenn es eben möglich ist, mit dem E-Bike, dass sie sich schon vor Corona angeschafft hatte.

Festes Mitglied im Küchenteam

Doch richtig Fahrt aufgenommen hat die Radfahrleidenschaft der Altenbergerin im vergangenen Jahr. Seit vielen Jahren begleitet sie das Österreich-Ferienlager von St. Johannes Baptist und ist festes Mitglied im Küchenteam. Doch als aufgrund von Corona in 2020 die Reise gestrichen werden musste, plante Gisela Niklasch kurzerhand um.

Da ihr Mann keinen Urlaub eingeplant hatte, änderte Niklasch ihre Reisepläne. „Ich wollte nicht nur zu Hause rumsitzen.“ Statt Österreich zu erkunden, ging es heimische Regionen. Für die Altenbergerin kein Problem. Und da in Soest ein Schwager wohnt, war ein passendes Ziel schnell gefunden. „Es war eine tolle Zeit“, gewinnt sie den seit der Pandemie durchgeführten Solo-Touren durchaus etwas Besonderes ab. Einfach anhalten, wenn einem danach ist, die Natur genießen, kurzerhand die Route ändern. Alles ist möglich.

Die 96 Kilometer lange Strecke bis nach Soest legte sie „ohne Zwischenfälle“ zurück. Falls erforderlich, wurde das Akku unterwegs aufgeladen, „was kein Problem war“, so Niklasch. „Gegen 17 Uhr war ich in Soest.“ Trotz E-Bike steht bei den Touren von Gisela Niklasch das ganz schnelle Ankommen nicht im Vordergrund: „Ich bin ja nicht auf der Flucht.“ Dafür seien das Münsterland und die angrenzenden Regionen „doch viel zu schön“, findet die Altenbergerin. Ihr Motto: „Der Weg ist das Ziel.“

Rund um den Möhnesee

Am zweiten Tag ihrer Soest-Tour erkundete Niklasch die Gegend rund um den Möhnesee, bevor es an Tag drei wieder in die Heimat ging – über Ahlen, entlang der Werse („ein wunderschöner Radweg“) und schließlich durch die Rieselfelder, Sprakel und Hansell wieder zurück nach Altenberge.

Bevor es nach Soest ging, hatte Niklasch auch schon kürzere Touren unternommen – dazugehörte auch die Fahrt zur Schwägerin nach Vreden. „Die 70 Kilometer waren total schön“, sagt die 60-Jährige. „Und zudem sehr gut ausgeschildert.“ Eine Strecke, die zahlreiche Höhepunkte aufweist – das Schloss Darfeld liegt beispielsweise auch an der Strecke. Und der Rückweg führte sie über Coesfeld und Buldern wieder in die Heimat. Ob das Schloss Senden oder das Venner Moor – „alles wunderschön“, sagt Gisela Niklasch. Auch in diesem Jahr ist die Altenbergerin schon zu mehreren Tagestouren aufgebrochen, die sie an der Ems entlangführten und auch Dortmund als Ziel hatten. Mit dem Fahrrad fahren, das ist für Gisela Niklasch mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden. Und was ist mit ihrem Auto? „Das steht viel mehr als sonst“, sagt sie. „Vielleicht kann ich auch mal ganz darauf verzichten.“

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