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Glasfasernetz soll möglichst von heimischen Unternehmen gebaut werden

Ein Multi-Millionen-Markt

Kreis Steinfurt

Landrat Dr. Klaus Effing hat noch einmal deutlich unterstrichen, dass der Kreis Steinfurt mit seiner Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft (WESt) „nach ganzen Kräften“ den Glasfaserausbau in der Region unterstützen will. Das Ziel der Bundesregierung, eine flächendeckende Versorgung bis 2025 zu erreichen, werde konsequent auch im Kreis verfolgt.

Dirk Drunkenmölle

Rund 100 Vertreter aus Bauunternehmen, von Telekommunikationsanbietern, aus Stadt- und Gemeindeverwaltungen im Kreis Steinfurt sowie Wirtschaftsverbänden waren der Einladung zu der Veranstaltung mit kleiner Messe in Stroetmanns Fabrik gefolgt, um sich über den regionalen Glasfaserausbau auszutauschen. Redner waren unter andrem BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers (kl. Bild, l.) und Landrat Dr. Klaus Effing. Foto: Drunkenmölle

Wie, mit wem, unter welchen Voraussetzungen und mit welcher Förderung das ambitionierte Projekt auf kommunaler Ebene umgesetzt werden kann, das war am Donnerstagnachmittag Thema einer Informationsveranstaltung des Kreises und der Kreishandwerkerschaft in Emsdetten. Eingeladen waren insbesondere Tiefbauunternehmen und Telekommunikationsanbieter aus der Region. Ziel, so Effing, sei es, die mit dem Ausbau des Glasfasernetzes verbundene Wertschöpfung im Kreis Steinfurt zu halten. „Glasfaserausbau ist ein lokales Projektgeschäft“, warb Dr. Stephan Albers, Geschäftsführer des Bundesverbandes Breitbandkommunikation, für die Vor-Ort-Zusammenarbeit des heimischen Mittelstandes.

Die Messe zum Glasfaserausbau im Kreis Steinfurt. Foto: Drunkenmölle

Immerhin, es geht um einen Multi-Millionen-Markt und um verlässliche Perspektiven für die nächsten fünf bis zehn Jahre. „Keine Übertreibung“, wie der Landrat mit Blick auf die Summen, die investiert werden sollen, meinte. „Die nächsten Jahre werden Glasfaserjahre“, betonte Albers. Er führte vor Augen, dass 80 Prozent der Ausbaukosten auf den Tiefbau entfallen. Eine riesige Chance für die Unternehmen.

Alle Städte und Gemeinden im Kreis haben sich nach Angaben der WESt erfolgreich am Förderprogramm des Bundes beteiligt und Gelder für einen 100-prozentigen Ausbau im unterversorgten Bereich beantragt. 90 Prozent der Erschließungskosten der Außenbereiche – gut 160 Millionen Euro – würden vom Bund und Land gedeckt. Um ein Gefühl für die Dimensionen zu bekommen benutzte Effing einen bildlichen Vergleich: „Wenn wir den Tiefbau in allen Projekten zusammenzählen, kommen wir auf gut 2650 Kilometer. Wenn wir diese Strecke von Emsdetten geradeaus nach Süden zurücklegen, dann landen wird in Algerien!“

In Emsdetten, Lengerich, Tecklenburg, Lienen und Ladbergen wird bereits gebaut. Acht weitere Gemeinden haben die Vergabe schon abgeschlossen und warten nur noch auf die endgültigen Planungsunterlagen sowie die Freigabe vom Bund. Die übrigen elf Gemeinden seien aktuell in der Ausschreibungsphase. Natürlich, so Effing, gebe es noch ein paar Unwägbarkeiten. Es bestehe aber die berechtigte Hoffnung, dass noch in diesem Jahr in allen Kommunen mit dem geförderten Ausbau gestartet werden könne.

Die Anbieterlandschaft sei, so Effing weiter, so heterogen wie in kaum einer anderen Region in Deutschland. Alle seien in sogenannten FTTGB („Fibre to the building“)-Projekten unterwegs. Insbesondere die örtlichen Stadtwerke seien ein wichtiger Motor dieser Entwicklung. Effing: „Dass wir von diesem intensiven Wettbewerb profitieren, erklärt sich von selbst.“ Wo immer möglich, wolle der Kreis die besten Rahmenbedingungen schaffen.

Im weiteren Verlauf des Nachmittages ging es dann ums Netzwerken, darum, sich kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen, Vertrauen zu bilden und das Potenzial deutlich zu machen, das in dem Technologie-Ausbau steckt. Vorträge von Experten des Bundes, der Anbieter und der Zulieferer sowie eine Ausstellung von Telekommunikationsanbietern und Komponentenherstellern haben den Nachmittag abgerundet.

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