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Andreas Döpker gibt Plätzchen gegen Spende ab / Erlös für Lebenshilfe

140 Stunden in der Weihnachtsbäckerei

Greven

Andreas Döpker ist kein gelernter Bäcker – aber Bäcker aus Leidenschaft. Seit Jahren unterstützt er mit seinen Plätzchen-Aktionen die gute Sache, in diesem Jahr die Lebenshilfe. Am Sonntag erhielten 75 „Kunden“, die vorbestellt hatten, kontaktlos ihre Plätzchen-Auswahl.

Oliver Hengst

Nicht nur Nora Linden (zweite von links) freut sich während der Plätzchen-Übergabe an CCFfL-Karnevalisten und andere „Kunden“, dass die Lebenshilfe ausgesucht wurde. Foto: Oliver Hengst

Langeweile im Lockdown? Nicht für Andreas Döpker. Er hat Plätzchen gebacken. Nicht nur ein paar, sondern soviel, dass es fast die halbe Stadt damit versorgen könnte. Eine Woche hatte er Urlaub, die hat er genutzt, um quasi durchzubacken. 140 Stunden sind so zusammengekommen. Ohne Nachtschichten war das nicht zu schaffen. „Manchmal bis halb vier Uhr morgens“, sagt er augenzwinkernd. „Und jetzt habe ich hier 110 Kilo Plätzchen liegen“, schildert Döpker. Natürlich nicht nur für den Eigenbedarf. Er gibt rund 230 Tüten mit jeweils 15 Plätzchen-Sorten gegen eine Spende ab. In diesem Jahr kommt der Erlös der Lebenshilfe zugute.

Ob er gelernter Bäcker ist? Das wird er nicht zum ersten Mal gefragt. Ist er aber nicht. „Ich bin technischer Zeichner. Das Backen ist einfach eine Leidenschaft.“ Und was für eine – sie begleitet ihn schon rund 20 Jahre. „Es ist immer mehr geworden. Und seit ungefähr zehn Jahren ist es eine Spendenaktion.“ Üblicherweise bringt er seine Kreationen bei einem Weihnachtssingen im Café Spontan unters Volk. „In diesem Jahr geht das ja nicht“, bedauert der backende Karnevalist. Also ließ er sich etwas Coronagerechtes einfallen: Mit einem Einkaufskorb seilt er die Plätzchen kontaktlos aus dem ersten Stock ab, die Abholer nehmen die Tüten heraus, legten Geld in den Korb – coronagerechte Übergabe á la Döpker. 75 „Kunden“ hat der Hobby-Bäcker am Sonntag auf der Abholer-Liste stehen, jeweils zu festen Abholzeiten.

Ein „Alltagsheld“ ist Döpker nicht nur für Stevens Gomes, der seine beiden Plätzchen-Tüten gegen Mittag abholt. Er findet Döpkers Aktion „total klasse“ – und auch den diesjährigen Verwendungszweck des Erlöses. „Die Lebenshilfe hat ganz tolle Projekte“, sagt Stevens Gomes, der Döpker von gemeinsamen Aktivitäten im „Carnevals Club Freunde fürs Leben“ (CCFfL) kennt.

Auch Nora Linden von der Lebenshilfe steuert am Sonntag „Döppi` Backstube“ an, um sich ein Bild zu machen – und sich schonmal vorab für dieses besondere Engagement zu bedanken. „Das Geld wird für den inte­grativen Treffpunkt an der Bergstraße verwendet“, kündigt sie an. „Ich denke“, sagt Döpker, „dieses Jahr wird eine schöne Summe zusammenkommen.“

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