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Greven vor 25 Jahren

2000 Parkuhren in der Innenstadt

Greven

Kurios, was die Schlagzeilen vor 25 Jahren prägte. Zum Beispiel schlechte Witze.

So viele Autoritäten an einem Platz sind selten. Ordnungsamtsleiter Günther Voss, Gerhard Neumann von der Polizei, Dr. Peter Stegelman von der Stadt: Sie alle trafen sich vor dem Möbelhaus Ottenjann, um die erste von 2000 Parkuhren in Grevens City abzunehmen. Wer bei dem Begriff „Parkraumbewirtschaftung“ bisher an Pils auf dem Parkplatz gedacht hatte, schreibt die Zeitung, wurde herbe enttäuscht.

Die Stadt begegnet der katastrophalen Parksituation durch einen Griff in die Taschen ihrer Bürger. Allerdings: Man schreibt den 1. April 1997. Und am Tag drauf verkündete die gleiche Zeitung, dass alles nur ein Scherz war. Und übrigens, auch der GBS-Turm werde nicht abgerissen, wie tags vorher verkündet.

Gute Zeiten, in denen die Menschen auch mal einen Tag lang Fake-News vertrugen. In unserem Jahre 2022 werden hier, dies zur Vorwarnung, keine Aprilscherze gemacht. Wir finden die weltpolitische Lage dazu nicht angemessen.

Ansonsten waren die Schlagzeilen jener Tage dürftig. So erfahren wir, dass der Geruchsfilterdeckel an den Biotonnen seine Bewährungsprobe gut bestanden habe. „Es herrscht Ruhe an der Müllfront“, verkündet der Leiter des städtischen Bauverwaltungsamtes, Rolf Heckhuis. 4600 Biomülltonnen mit Filterdeckeln waren im Innenbereich Grevens in einem Jahr ausgeliefert worden. 2000 Haushalte haben sich für die Gebührenkomponente „Eigenkompostierung“ entschieden. Die Biotonnen-Versorgungsquote lag 1997 bei gerade mal 55 Prozent.

Rolf Heckhuis verband diese Bilanz mit einem persönlichen Jubiläum. Der Abfall-Experte im Rathaus feierte sein 40-jähriges Dienstjubiläum und wurde dafür von Bürgermeister Rudolf Steingrube geehrt. Nicht nur, dass er das Bauverwaltungsamt leitete, gleichzeitig war Heckhuis auch noch Vorsitzender des Personalrats, einer dem, so der Bürgermeister, „sehr an einem kollegialen Verhältnis gelegen“ sei.

Die Verbraucherberatung wies übrigens im April 1997 auf ein Gesetz hin, das erst am 1. Januar 1999 in Kraft trat, aber für viele Menschen mit klammen Geldbeutel entscheidend war: Erstmals sollte ein neues Privatkonkursrecht dafür sorgen, dass Schuldner nur noch sieben Jahre ihr pfändbares Einkommen einem Treuhänder aushändigen mussten. Danach waren die Restschulden getilgt.

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