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Tom Berlage reist durch Kanada

Alpakatouren und minus 45 Grad

CALGARY/GREVEN

Seit Anfang Oktober lebt und arbeitet Tom Berlage auf der anderen Seite der Welt: In Kanada.

Luca Pals

Fantastische und auch abwechslungsreiche Landschaften und Panoramen hat Kanada zu bieten Foto: TB

„Reisen war immer schon mein Ding“, sagt der Grevener Tom Berlage. „Wir waren auch mit der Familie immer viel unterwegs.“ Nun, ganz ohne Familie und alleine unterwegs, lebt und arbeitet Berlage seit Anfang Oktober auf der anderen Seite der Welt: In Kanada. Das Abitur schreiben, die Sachen packen und raus in die große weite Welt – für den 19-Jährigen war das immer schon der Traum, den er sich aktuell erfüllt.

„Kanada“, sagt Berlage, „gehört seit einigen Jahren schon zu den beliebtesten Zielen für Work and Travel.“ Neben den Klassikern Neuseeland und Australien finden sich in dem großen Land in Nordamerika auch zahlreiche junge Menschen aus Deutschland. So geschah es auch Berlage, der wegen Corona erst Monate später als geplant abreisen konnte und zu Beginn eine zweiwöchige Quarantäne in einem Wohnwagen antreten musste. „Auf der ersten Farm, auf der ich gearbeitet habe, waren wir wirklich viele Deutsche.“ Ein einfacher Start zum Reinkommen. Aktuell reist er alleine weiter und verbleibt eine Woche in der Millionenstadt Calgary in der Provinz Alberta.

Auf zwei Farmen arbeitete der Abiturient, der als einziger aus seiner Stufe den Schritt ins Ausland wagte. Hier kümmerte er sich um das Ausmisten von Ställen, leitete als Guide Alpakatouren für Touristen oder pflegte Pferde auf der „Black Whiskey Ranch.“ Über die Möglichkeit in aktuell turbulenten Zeiten seinen Traum wahr zumachen ist er besonders dankbar: „Ja, Corona hat mir ein paar Steine in den Weg gelegt, aber ich bin trotzdem sehr froh, dass ich die Reise angetreten bin und dass bisher alles so gut geklappt hat.“

Coronabedingt durfte man nur nach Kanada einreisen, wenn man ein gültiges Jobangebot vorliegen hatte. Sich aus dem Ausland auf einen Job zu bewerben und den auch zu bekommen ist schwierig. Von all dem ließ sich der Grevener aber nicht abhalten und bekommt jetzt Kanada von all seinen Seiten zu sehen. „Die Leute sind sehr offen und freundlich. Auch wenn man da nicht für alle reden kann, ist es hier ein bisschen entspannter als in Deutschland.“

Seine Highlights: „Die Landschaft ist unglaublich vielseitig. Man sieht wirklich sehr viel.“ Sein großes Ziel vor der Rückreise nach Deutschland, die für den Sommer geplant ist, ist die Wanderung über den West Coast Trail – eine der beliebtesten und bekanntesten Trekkingwege Kanadas.

Dann wird er auch den kanadischen Sommer kennen lernen, den Winter hat er zu genüge erlebt: „Minus 30 Grad hört sich wirklich heftig an, aber es geht noch. Schlimmer wird es dann, wenn der Wind dazu kommt und das Thermometer auf minus 45 Grad springt. Das ist wirklich heftig“, erinnert sich Berlage und schildert wie Augenbrauen einfrieren und heißes Wasser in Sekundenschnelle in der Luft zu Eis wird. „Das sind wirklich tolle Erfahrungen.“

Und so ganz nebenbei verbessert er sein Schul-Englisch, lernt viel dazu und knüpft tolle Freundschaften mit Kanadiern und anderen Reisenden, mit denen er zusammen gearbeitet und später zusammen gereist war.

Mit der Rückkehr nach Deutschland möchte Berlage sich auf sein anstehendes duales BWL-Studium vorbereiten: Mit zahlreichen unvergesslichen Erfahrungen im Rucksack.

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