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Gewinner und Verlierer / AfD in Reckenfeld deutlich zweistellig

Auch Greven verdreifacht Grün

Greven

Auch in Greven konnten die Grünen die Stimmenzahl fast verdreifachen. Die CDU schnitt besser, die SPD schlechter als im Landesschnitt ab. Die AfD blieb in Greven unter fünf Prozent, erzielte in Reckenfeld aber zweistellige Ergebnisse.

Von Peter Beckmannund

Auf zur Inventur: Auf den umgekippten Wahlkabinen lässt sich trefflich zählen. Und: Es ist vor allem rückenschonend. Foto: Peter Beckmann

So eine Wahlkabine ist ja schon fast ein Heiligtum. Jeder, der wählen möchte, kann sie nutzen. Und das natürlich ganz allein. Das ist eben der Zweck so einer Kabine. Aber: nach der Wahl ist so eine Kabine fast noch nützlicher. Einfach zwei nebeneinander umkippen, und schon hat man eine rückenschonende Möglichkeit die Stimmen zu zählen. Und das wurde gestern Abend in 19 Wahllokalen und sieben Briefwahllokalen gemacht. Ergebnis: Siehe unten.

Tja, wie bei jeder Wahl gibt es Gewinner und Verlierer. Gewinner schlechthin sind natürlich die Grünen. Im Landtag haben sie ihren Stimmen fast verdreifacht, in Greven zeigte sich eine ähnliche Tendenz.

„Wir bekommen auf jeden Fall eine neue Regierung und vor allem, das ist fast noch wichtiger, eine neu Schulministerin“, freute sich Janina Rebholz von den Grevener Grünen. Die Schulministerin hieß bislang Yvonne Gebauer.

Und die kommt von der Partei, die mächtig verloren hat. Lange Zeit war nicht klar, ob die FDP überhaupt in den Landtag einzieht. Dass Alexander Schmitt, Landtagskandidat der FDP und Vorsitzender der Grevener FDP, nicht in den Landtag einzieht, war aber schon vor der Wahl klar. Listenplatz 115 ist für die FDP wohl nicht wirklich denkbar. Das schlechte Abschneiden seiner Partei ist für ihn allerdings ein Rätsel. „In den vergangenen fünf Jahren wurden viele gute Projekte vorangebracht mit der schwarz-gelben Koalition. Warum die CDU gewinnt und die FDP verliert, kann ich mir nicht erklären.“

Zurück zu den Gewinnern. Oder: In welcher Kategorie darf man die CDU einordnen? Wir sind sehr gut zufrieden, das ist ein sehr gutes Ergebnis für die CDU“, sagt Johannes Hennigfeld, Fraktionsvorsitzender der Grevener CDU. Und natürlich sieht er auch einen „klaren Wählerauftrag an die CDU zur Regierungsbildung“.

Enttäuschung natürlich bei der SPD. Deren Direktkandidat Stevens Gomes hat es nicht direkt geschafft, holte aber in Greven ein beachtliches Ergebnis errungen. „Die Bundespolitik und besonders die schlechte Kommunikation von Bundeskanzler Scholz zum Ukrainekonflikt waren sicherlich ein wichtiger Faktor für die Verluste der Partei“, sagte Gomes. Sein Abschneiden sieht er auch als enttäuschend an. Aber: „Meine Gegnerin ist eine gestandene Politikerin, die schon im Landtag vertreten ist, da war es schwer.“ Über die Liste der Partei ist Gomes auch nicht in den Landtag eingezogen (Listenplatz 55), die SPD hatte zuviel Direktmandate.

Die Linken sind auch in der kommenden Legislaturperiode nicht im NRW-Landtag vertreten. Felix Kock, ihr Direktkandidat aus Greven, hätte sich mehr erhofft. „Das tut extrem weh, wir haben gute Ideen und Ziele, die wir anscheinend den Wählern nicht gut genug vermitteln konnten“, sagte er, wies aber auch auf die Krise der Partei auf Bundesebene hin.

Bleibt das Abschneiden der AfD. Im Land knapp über fünf Prozent, in Greven knapp darunter. Briefwähler mögen sie nicht, die Grevener auch nicht besonders – bis auf die Reckenfelder. Dort bekam die AfD in allen Stimmbezirken teils deutlich über zehn Prozent der Stimmen. In der Erich-Kästner-Grundschule waren es gar 16,2 Prozent. „Erschreckend“, so die übereinstimmende Einschätzung der Vertreter der anderen Parteien.

Zurück zu den Wahlkabinen. Der Trick mit den umgekippten Kabinen als Zähltisch hat durchaus Zukunft. Denn genau dort, wo das praktiziert wurde, wurde auch die Wahl gewonnen. Ok, nicht direkt die Wahl, aber immerhin die Schnelligkeit bei der Auszählung der Stimmen. Die Jungs und Mädels aus der Martini-Grundschule waren beim Zählen klar die Nummer 1. Chapeau . . .

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