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Bufdi und FSF in der Karderie

Auch so kann man sein Fachabi bauen

Greven

Freiwillig in der Jugendarbeit? Das kann echt was bringen. Zum Beispiel das Fachabi, wie Christina Gänßler in der Karderie festgestellt hat.

Von Günter Benning

Pascal Fischer (l.), Christina Gänßler (3.v.l.) und Marie Nordhoff (r.) haben in der Karderie gearbeitet. Im Hintergrund der hauptamtliche Mitarbeiter Jan Kattner. Foto: Günter Benning

Man muss das Beste draus machen. Christina Gänßler hatte im vergangenen an der Nordwalder Gesamtschule ihr Abitur vergeigt. „Im Leistungskurs Mathe durchgefallen“, sagt die 20-Jährige am großen Teamtisch in der Grevener Karderie.

Mathe ist halt so eine Sache. Aber jetzt kann Christina Gänßler wieder sehr optimistisch in die Zukunft blicken. Hinter ihr liegt ein Jahr Bundesfreiwilligendienst in der Grevener Jugendarbeit.

Das Jahr wird als praktischer Teil für den Erwerb des Fachabiturs anerkannt. Geplant ist jetzt ein Duales Studium in sozialer Arbeit. „Oder in Marketing-Management“, sagt sie.

Gänßler gehört zu den drei Freiwilligen, die das Jahr nach der Schule genutzt haben, um praktische Erfahrungen zu sammeln. Fürs Leben – aber auch für die berufliche Zukunft.

Marie Nordhoff beispielsweise hat ein Freiwilliges Soziales Jahr hinter sich. Die 20-Jährige aus Emsdetten will Grundschullehrerin werden, aber die Praktika an den Schulen waren schon vergriffen, als sie mit dem Suchen anfing.

Lernangebot für Grundschulkinder

In der Grevener Jugendarbeit hatte sie trotzdem genug zu tun. Im Hansaviertel-Zentrum betreute sie ein Lernangebot für Grundschulkinder. Abends kümmerte sie sich dort um eine Mädchengruppe für Jugendliche und hatte ein Auge auf den Treffpunkt an der Skaterbahn. „Ich habe mir gar nicht vorstellen können, was in der Jugendarbeit gemacht wird“, sagt sie, „das ist mir zuhause in Emsdetten nie aufgefallen.“

Pascal Fischer (19) hat seinen Ausbildungsplatz schon in der Tasche. Darum beendet er seine freiwilliges soziales Jahr ein paar Wochen früher. Die Dienstzeiten sind sowohl beim FSJ wie beim Bufdi-Angebot flexibel.

Fischer wird demnächst im Agora-Hotel Kaufmann für Hotel-Management werden. Und dann mal sehen, wo es ihn hinführt. „In der Branche kann man viel herumkommen, das fände ich gut.“

Seine Freiwilligenarbeit hatte viel mit der Organisation der Jugendarbeit zu tun. Er war in zwei Projekten aktiv – Unfug und Planbar. Gerade bereitet er mit anderen die Jugendkonferenz für den Stadtteil links der Ems vor. Dort sollen Politiker mit Jugendlichen über ihre Vorstellungen und Wünsche diskutierten.

Für Jan Kattner sind die Freiwilliges Gold wert. „Das waren diesmal echt gute Mitarbeiter“, lobt der Sozialarbeiter in der Karderie.“ Vor allem helfen sie dabei, Dinge zu ermöglichen, die den hauptamtlichen Mitarbeitern kaum noch möglich sind: „Jugendarbeit besteht schließlich bei uns aus 50 Prozent Büroarbeit.“ Projekte müssen entwickelt werden, Gelder beantragt, Leute organisiert – da gibt es viel zu schreiben.

Zum September sind jetzt noch Stellen für Bundesfreiwillige und FSJler in der Karderie frei. Wer sich bewerben will, kann auf die Internetseite der Stadt gehen: www.greven.net und dann nach Bundesfreiwilligendienst gucken.

Für Christina Gänßler ist das Fazit ganz klar: „Mir hat es sehr gut gefallen.“

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