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Betreiberin schließt nach nur einem Jahr – wegen Corona

Aus für „Marions Bagatelle“

Reckenfeld

Nun also ist Schluss mit dem „kleinen Gedeck“ und gutbürgerlicher Küche. Exakt ein Jahr nach der Eröffnung schließt die „Bagatelle“, die einzige Gastwirtschaft dieser Art in Reckenfeld. Immerhin: Die berufliche Zukunft der Betreiberin ist gesichert.

Martin Weßeling

Marion Poppe dreht den Zapfhahn auf – damit ist bald Schluss. Foto: Oliver Hengst

Schwerer Schlag für die Kneipenkultur im Grevener Ortsteil Reckenfeld: „Marions Bagatelle“ am Ortsmitte-Kreisel schließt am 15. August – und damit exakt ein Jahr nach der Eröffnung die Pforten. Die „Bagatelle“ ist die einzige Gastwirtschaft dieser Art in Reckenfeld – ausgerichtet vor allem auf den Kneipenbetrieb. Nun also ist Schluss mit dem „kleinen Gedeck“ und gutbürgerlicher Küche. Betreiberin Marion Poppe wechselt in einen Bürojob. Dabei wollte sie als Pächterin mit ihrer „Bagatelle“ eigentlich richtig durchstarten.

„Aber der Corona-Virus hat uns einfach keinen Puffer gelassen“, sagt Poppe und blickt mit einer Portion Bitterkeit zurück. Vor einem Jahr war die dreifache Mutter mit dem festen Ziel angetreten, in Reckenfeld etwas zu bewegen. Neue Farben, neue Möbel, neuer Stil und ein neues Publikum. Poppe wollte Jung und Alt im Ortskern versammeln – dieses durchaus spannende Konzept ging auch auf, zuletzt gab es in „Marions Bagatelle“ sogar einen nagelneuen Billardtisch für die jungen Gäste. Dann allerdings, nachdem die Kosten für die Umgestaltung einigermaßen beglichen waren, schlug Corona im März unbarmherzig zu – Reckenfelds einzige Kneipe dieser Art musste vorübergehend schließen – und das war für die Betreiberin ganz sicher keine „Bagatelle“, sondern bedrohte ihre Existenz.

Berufliche Zukunft gesichert

Und auch jetzt, Ende Juli, ist kaum Besserung in Sicht. „Wir leben auch von der Außen-Gastronomie. Aber bei diesem Sommer – was soll man da machen . . . Es kommt kaum noch jemand“, schaut Poppe durchaus traurig auf ihre Zapfhähne, die bald versiegen werden.

Am 9. August ist der letzte offizielle Kneipentag, am 15. August gibt Marion Poppe die Schlüssel an den Vermieter ab. Ob sich ein Nachfolger findet? Gespräche laufen, eine Entscheidung ist noch nicht gefallen – klar in Zeiten mit großen Unwägbarkeiten.

Immerhin: Marion Poppes berufliche Zukunft ist gesichert. Sie wechselt in einen ganz normalen Bürojob und dürfte auch ihr Familienleben mit drei Kindern und dem normalen Haushalt stressfreier gestalten können. Zudem engagiert sie sich in der Politik und tritt bei der Kommunalwahl für Reckenfeld direkt an.

Marion Poppe, die via Facebook viel Zuspruch erhielt: „Seit März habe ich keinen Lohn mehr bekommen. Finanziell war das ein Schlag für uns. Dennoch hätte ich in der Bagatelle gerne etwas Neues aufgebaut.“ Daraus wird jetzt nichts mehr.

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