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Frauenkabarett auf der Freilichtbühne

Ausverkauft – dabei tun sie nix

Reckenfeld

Ausverkauft und das schon seit langem. Das kann ja nur heißen, dass da auf der Freilichtbühne in Reckenfeld etwas Grandioses angeboten wird. Dabei heißt die Frauenkabarettgruppe doch „DietutniX“. Was soll man denn da erwarten?

Rosemarie Bechtel

Von wegen DietutniX – die vier Damen auf der Bühne begeistern ihr Publikum und werden mit Blumen belohnt. Foto: Rosemarie Bechtel

Der Angriff auf dich Lachmuskeln blieb nicht ohne Wirkung. Die pointierten Gags, Szenen aus dem tristen Alltag, überzogen dargestellt, hielten dem Publikum ab und an den Spiegel vor. Immer mit einem Augenzwinkern.

Der Titel des neuen Programms: „minus2 plus1 gleich4“ gibt erst einmal Rätsel auf. Mit umgedichteten Musicalmelodien, natürlich stimmfest, stellt sich die Gruppe in ihrer neuen Konstellation, jetzt nur zu viert und mit einer Neuen, vor.

Die heißt Petra Münsterweg und passt wie „Deckel auf Pott“ in das Team wie sich im Laufe des Abends herausstellt.

Nun, und Susanne Anders, Sabine Hollefeld und Heike Knief sind sowieso ein Garant für gute Unterhaltung. Allerdings ist das neue Programm nicht überwiegend geprägt von „Schenkelklopfern“, sondern stimmt auch mal, wie bei dem Beitrag über die Altenpflege, nachdenklich. Das, was die Frauen an Situationen und Fakten mit ernster Miene vorbringen, ist pure Realität.

Realität ist auch der Beitrag über die veränderte deutsche Jugendsprache. Wer kommt da überhaupt noch mit? Das muss man schon zur VHS zum Neudeutschkurs ohne den Lehrer und Erzieher und auch Eltern nicht weiterkommen. „Weißt du, dass Hirnblutungen Blackout bedeuten, Cellulite Hagelschauer genannt werden und Fermentieren kontrolliertes Abhängen heißt?“

Auch die Zeitumstellung war ein Thema, wie Angela Merkel, die gleich in vierfacher Form gedoubelt wurde. „Ich habe keine Lust mehr ich höre auf. Gut, dass die Merkel auch gehen will“.

Supertoll kam auch der Beitrag der vier Politikerfrauen Emine Erdogan, Brigitt Macron, Melanie Trump und Karin Seehofer an. „Wir beschäftigen unsere Männer anderweitig und regeln das schon mit den Verträgen“ sind sie sich einig. Aha, so läuft es also in der Politik, die Frauen ziehen die Fäden.

Natürlich darf auch ein Beitrag auf Platt nicht fehlen und da sind Susanne und Sabine Hollefeld ebenfalls in ihrem Element.

„Wie bringt man eine Riesenorchesterpartitur von Karl Jenkins mit nur vier Leuten auf die Bühne“ fragt Susanne. Nun, Heike Knief wurde „bearbeitet“ und das, was die vier Damen dann zu Gehör gaben, konnte sich hören lassen.

Am Schluss, wie kann es anders sein, nach zwei Zugaben, singt das Publikum im Chor: „Wir wollen die Hose sehn, wir wollen die Hose sehn.“ Spätestens jetzt ist klar, der größte Teil des Publikums sind langjährige Fans. Und noch eine vierte Zusage muss rausgehauen werden.

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