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Antrag von Reckenfeld direkt

Biozide gegen die EPS-Plage?

Greven

Münster setzt sie ein, Saerbeck setzt sie ein. Und ginge es nach Ernst Reiling (Reckenfeld direkt), sollte Greven sie auch einsetzen: Biozide gegen den Eichenprozessionsspinner (EPS).

Oliver Hengst

Foto: Klaus Meyer

Damit soll die Ausbreitung der krabbelnden Gesellen verhindert werden, deren Brennhaare Juckreiz, Hautrötungen und in schlimmen Fällen schwere, allergische Reaktionen auslösen können.

Für Menschen, andere Tiere und Pflanzen soll das eingesetzte Mittel, das nach Reilings Recherchen auch von Straßen-NRW verwendet wird, nicht schädlich sein. Daher wünscht sich Reiling den Einsatz auch im Umfeld von Altenheimen, Kitas und Schulen. Denn: „Es wäre schlimm, wenn Kinder die Kita wieder besuchen, aber wegen des EPS die Räume nicht verlassen dürften“, heißt es in Reilings Antrag, der im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss Thema war.

Andre Kintrup von den Technischen Betrieben verwies auf einen Beschluss zur Strategie, den man zusammen mit der Politik im vergangenen Jahr gefasst habe. Man habe einen Hubsteiger angeschafft, mit dessen Hilfe man innerhalb der Stadt die EPS absaugen könne. Man habe sich auf ein kreisweit einheitliches Vorgehen geeinigt. „Nur zwei Städte sind aus dem Kanon ausgestiegen. Alle andere machen das genauso wie wir“, sagte Kintrup. „Die bekämpfen den EPS mechanisch. So werden wir das auch weiter durchführen“, erteilte er allen Biozid-Überlegungen eine Absage. Die Biozide gelten als zulässig für den Außenbereich – und nur da. Verwende man ein solches Mittel neben einer Kita mitten im Ort, dürfe man die Kita nicht mehr betreiben. „Mal ganz abgesehen von der Wirkung von Bioziden. Was bislang keiner erforscht hat ist, wie das aussieht mit der Giftanreicherung in dem Tier, das den Eichenprozessionsspinner frisst. Gucken sie auf die Internetseiten der Umweltverbände“, riet Kintrup. Die lehnten den Einsatz der Biozide unisono ab.

Mit dem neuen Hubsteiger könne man nun viel schneller reagieren. „Und dann hoffen wir, der Lage, die in diesem Jahr möglicherweise noch ein bisschen stärker sein wird, Herr zu werden.“

Damit mochte sich Reiling nicht abfinden. Das hohe Gut der Gesundheit von Kindern sei gefährdet, daher müsse man alle Möglichkeiten ausschöpfen. Man könne das nicht „die Kinder ausbaden lassen“. Daher verlangte Reiling, Infos aus Saerbeck und Münster einzuholen. Kintrup erwiderte: „Im Innenstadtbereich wird binnen eines Tages abgesaugt, das erreichen Sie mit keinem Toxin, mit keinem Gift.“ Zudem sei man für dieses Jahr mit Bioziden ohnehin zu spät dran.

Laut Thomas Hudalla (Linke) sei man „deutlich besser aufgestellt als letztes Jahr“ auch weil sehr viele Nistkästen für Meisen installiert worden seien.

Für Jürgen Diesfeld (CDU) stellt sich dennoch die Frage, ob angesichts eines noch stärkeren EPS-Befalls die mechanische Methode ausreicht. „Wenn wir nur das machen und nichts anderes überlegen, kommen wir möglicherweise nie dahin, dass sich die Situation entspannt.“ Andere Ausschmittglieder schlossen sich an und warben dafür, die Biozide zumindest nicht kategorisch auszuschließen.

Beigeordneter Cosimo Palomba sagte schließlich zu, Kontakt mit Saerbecks Bürgermeister Wilfried Roos aufzunehmen und Infos zu den Bioziden einzuholen.

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