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Geparktes Fahrzeug illegal genutzt?

Böse Überraschung am Flughafen

Greven

Der Grevener Alfred Borggreve hatte seinen Van am Düsseldorfer Flughafen ordnungsgemäß geparkt. Als er aus dem Urlaub zurück kam, war nicht nur die Kupplung kaputt, sondern der Wagen war auch gefahren worden. Die verantwortliche Firma schweigt.

Peter Sauer

„Tauchen auf Kreta – einfach klasse!“ Gut erholt stieg Alfred Borggreve am 16. Oktober mit der Tauchergruppe der DLRG Greven am Flughafen Düsseldorf aus dem Flieger. Mit einem Lächeln ging es zum Gelände der Firma Airport Valet Parking UG (AVP). Dort hatten die Taucher aus Greven vor dem Abflug ihre drei Autos abgestellt. Die beiden Fahrzeuge seiner Tauchkumpels standen schon abfahrbereit vor dem Gebäude. Doch wo war der Citroen-Van von Al­fred Borggreve?

„Mir wurde nur gesagt, dass mein Auto kaputt sei.“ Der Mitarbeiter der Parkplatzfirma brachte den völlig konsternierten Grevener zu einer Halle. Borggreve fand seinen Van. „Ich stellte fest, dass die Kupplung defekt war, so dass ich den Van nicht mehr bewegen konnte.“ Eine Erklärung blieb man ihm schuldig. Wäre er damals mit einer kaputten Kupplung nach Düsseldorf gefahren, wäre er sicher nicht weit gekommen. „Die Kupplung war vor dem Urlaub heile“, betont Borggreve. Verdutzt stellte er fest: „Während meines 14-tägigen Urlaubs wurde mein Van 42 Kilometer bewegt.“ Mit zwei, drei Kilometern hatte der 64-Jährige ja gerechnet. Denn: Vor Urlaubsantritt hatte er seine Autoschlüssel den Parkleuten übergeben müssen. Die Firma AVP hatte dies damit erklärt, dass nötige Umsetzungen auf der Parkfläche möglich seien.

Borggreve holte die Kripo Düsseldorf. „Das Verhalten, während der Urlaubszeit mit geparkten Fahrzeugen der Reisenden illegal zu fahren, teilweise sogar bis in Wohngebiete hinein, ist leider nicht unüblich“, erklärte Marcel Fiebig von der Düsseldorfer Polizei. Die Firma AVP sei deshalb schon polizeilich aktenkundig. Borggreves Verdacht: „Mein Van eignet sich wohl ideal als Shuttlefahrzeug zum Flughafen-Terminal.“ Seitens des Parkplatzunternehmens wurde Borggreve keinerlei Hilfe angeboten. Der AVP-Geschäftsführer Arkan Chaya ist auch für die WN telefonisch nicht erreichbar.

Der ADAC brachte den kaputten Van damals in eine Werkstatt. Mit einem Mietauto konnten die Taucher endlich nach Greven fahren. Die Kosten für eine neue Kupplung belaufen sich auf 737,82 Euro. Hinzu kommen Anwaltskosten von rund 150 Euro. Borggreve schickte die Zahlungsaufforderung an die Firma AVP, mit dem Zahlungsziel 22. November. Bis heute ist nichts passiert, außer dass die Polizei ermittelt. Wegen unbefugter Inbetriebnahme und möglichen Betruges. „Ich warne alle Reisenden, bei AVP zu parken und davor, ihre Autoschlüssel abzugeben“, mahnt Borggreve.

„Am FMO wäre dies nicht passiert“, sagt Pressesprecher Andrés Heinemann. „Wir hatten vor drei Jahren mal einen privaten Anbieter. Der parkte die Autos in einer Lagerhalle in Westladbergen. Es gab viel Ärger.“ Die Folge: Der FMO machte Druck, der externe Parkservice musste seine Zelte abbrechen.

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