First-Responder-Einsatz in einer Lufthansa-Maschine

Corona-Alarm am FMO: 50-Jährige aus China kommt auf Isolierstation

Greven

Corona-Alarm am Flughafen Münster/Osnabrück: Eine 50-jährige Chinesin wurde am Sonntag aus einer Lufthansa-Maschine geholt. Am Nachmittag beruhigt der Kreis. Die Frau aus Peking befindet sich noch auf der Isolierstation.

Günter Benning

Lufthansa-Maschine am FMO. Foto: Gunnar A. Pier (Symbolbild)

11.40 Uhr, der Lufthansaflug LH 067 aus Frankfurt landet am Sonntag planmäßig am FMO. Doch dann startet ein gut einstudiertes Katastrophen-Programm.

Drei „First Responder“ der Flughafenwehr entern in blauen ABC-Anzügen mit Schutzmasken die Maschine. Eine 50-jährige Chinesin wird von ihnen aus dem Flieger geleitet. Die Angst vor dem Corona-Virus: Hier wird sie konkret.

Stunden später beruhigt Kirsten Weßling: „Es ist auf jeden Fall so, dass wir keinen Corona-Verdachtsfall haben.“ Sie ist Pressesprecherin des Kreises Steinfurt. Erst in der vergangenen Woche wurde hier noch einmal abgesprochen, was im Ernstfall passieren muss.

Der Ernstfall ist nichts Neues. Schon bei der Sars-Infektion aus China, die 2002 die Welt beunruhigte, hatte man im Kreis und am FMO Katastrophen-Alarm einstudiert.

Symptome gemeldet

Aus dem Lufthansa-Flieger war am Sonntag gemeldet worden, dass ein Fluggast „Symptome“ zeige.

„Ihr war unwohl“, sagt Weßling. Die 50-jährige Chinesin lebt in Deutschland, hatte aber gerade ihre Verwandten in Peking besucht.

Damit entfiel eigentlich ein wichtiges Verdachtsmotiv: Sie hatte keinen Kontakt zur Krisenregion um die chinesische Stadt Wuhan, wo die Corona-Infektion ihren Anfang nahm.

Alarmkette ausgelöst

Doch die Alarmkette des Kreises war ausgelöst worden. Der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes, Dr. Karl-Heinz Fuchs, war alarmiert. Er fuhr mit zum FMO. Die erkrankte Frau wurde im Rettungswagen in ein Krankenhauses des Kreises gefahren. „Sie ist dort isoliert untergebracht“, sagt Pressesprecherin Weßling, „sie wird untersucht auf normale Grippe.“ Präventiv habe man aber auch Proben der Chinesin zu einem Labor nach Köln gefahren, wo sie auf den Corona-Erreger untersucht werden. Gegen Montagmittag wird mit einem Ergebnis gerechnet.

Mitreisende warten

Die übrigen Passagiere mussten derweil warten. „Über eine Stunde später durften wir erst das Flugzeug verlassen“, schrieb ein Mitreisender bei Facebook. Vorsichtshalber wurden die Kontaktdaten der Passagiere aufgenommen, die in den beiden Reihen vor und hinter der Erkrankten saßen. Flughafen-Mitarbeiter verteilten ein Info-Blatt über nötige Maßnahmen. „Wir sind vorbereitet“, sagt Flughafensprecher Andrés Heinemann, „es gibt eine Checkliste.“

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