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Hoffnung im Mai

Das Ende der Angst

Der Mai macht die Seele frei. Von Hoffnung in der Corona-Krise schreibt Pastoralreferentin Maria Wagner aus Greven.

Von Maria Wagner

Maria Wagner Foto: St. Martinus-Gemeinde

Alles neu macht der Mai, macht die Seele frisch und frei.“ Diesen Anfang des Mailiedes kennt wohl jeder. Das reicht auch aus, um den emotionalen Aufbruch im Frühling zu beschreiben. Die bunten Farben der Blumen, das frische Grün der Blätter, das Gezwitscher der Vögel – Aufschwung für die Seele.

Und in diesem Jahr das Aufatmen, wenn man endlich die Möglichkeit zu einer Corona-Schutzimpfung bekommt.

Mit der beginnenden Aufhebung der Priorisierung werden die Arztpraxen regelrecht überrollt von Impfwilligen. Zum Glück gehen die Inzidenzzahlen auch tatsächlich runter. Lockerungen werden möglich. Aber ohne Impfung ist das für mich nur graue Theorie.

Zu groß ist die Angst vor einem schweren Verlauf bei einer Erkrankung mit Covid 19 geworden. Lockerungen existieren nur außerhalb meines Lebenskosmos.

„Alles neu, macht der Mai…“ Das erinnert mich an eine Stelle in der Bibel, wo der Prophet Jesaja Gott sprechen lässt: „Ich, sagt er, mache einen neuen Anfang. Es hat schon begonnen. Merkst du es nicht?“ (Jes 43, 19).

Während der Zeit, in der ich diesen Text entwerfe, habe ich einen Impftermin in Aussicht bekommen. Nun spüre ich den zarten Anfang eines gefühlsmäßigen Aufbruchs aus dem Lockdown heraus.

Die Realität verlangt von uns aber weiterhin noch viel Geduld ab. Da wünsche ich allen, die unter den Beschränkungen sehr leiden oder Angst entwickelt haben, dass sie immer wieder Kraft zum Durchhalten bekommen. Und irgendwann sagenkönnen: „Ja, ich spüre, dass der neue Anfang für mich begonnen hat.“

Maria Wagner ist Pastoralreferentin der katholischen Kirchengemeinde

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