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Gutes Geschäft nach der Ladeneröffnung

„Das kann auch eine Chance sein“

Greven

Die Geschäfte sind zufrieden. Viele Kunden kamen mit Mundschutz. Die Nach-Corona-Zeit fängt langsam in Greven an.

Günter Benning

Zufrieden im 19/20: Katharina Friesen (r.) und Jutta Bülter (l.). Foto: Günter Benning

Geschlossene Kneipen, ausfallender Urlaub, wegbrechender Kultursektor. „Das kann auch eine Chance für uns sein“, sagt Peter Busemeier hinter seiner schicken Plastikmaske, die sein Sohn von der Fachhochschule mitgebracht hat.

Busemeier verkauft Grills. Große Grills, teure Grills, Grillmaschinen. Genau, was die Leute jetzt brauchen, wenn sie nicht wegkönnen und selbst kochen und brutzeln müssen. Gestern stand der Geschäftsmann, der in Recke und Greven Läden hat, hinter einem seiner Hochglanzgrills und freute sich, dass er wieder öffnen konnte. „Denn für uns ist gerade die Zeit rund um Ostern wichtig“, sagt er. Und die fiel bei ihm weitgehend flach.

Neustart nach der Corona-Zwangspause. In vielen Läden spürte man das Aufatmen. „Es lief schon ganz gut“, sagt Anja Kaiser, Chefin von Intersport Sportzeit an der Marktstraße, während sie Ware aus dem Lager holte. Sie war auch deswegen zufrieden, weil ihr die Kunden während der erzwungenen Schließzeiten die Treue gehalten haben: „Die haben per Telefon bestellt und wir haben ausgeliefert“, sagt sie. Da die üblichen Sportvereins-Angebote gecancelt waren, waren Laufschuhe groß im Rennen – Laufen kann man auch alleine.

Christiane Hartmann hatte vor vier Wochen gerade ihr „Belle Maison“ an der Marktstraße eröffnet. Dann war Pause. „Heute ist es sehr ruhig“, sagt sie. Man wisse noch nicht, wie sich das Verhalten entwickele: „Selbst, wenn fünf, sechs Leute kommen würden, die dürften wir gar nicht allein reinlassen.“

Ein paar Meter weiter meint Petra Baaken von Engbergs Moden hinter ihrer Maske: „Das ist noch etwas ungewohnt – aber Lachen können wir trotzdem damit.“

„Die Leute sind froh, dass die Geschäfte wieder aufhaben“, sagt Michael Burgholz im Spielzeug- und Taschengeschäft, „Die Eltern mit Kindern sind froh, dass sie wieder ins Geschäft können – und nicht nur vor dem Schaufenster stehen müssen.“ Kurzarbeit war für den Kaufmann kein Thema, jeden Morgen waren sein Sohn Michael und eine Mitarbeiterin im Geschäft, um Bestellungen aufzunehmen, teilweise wurde bis Saerbeck ausgeliefert. „Außerdem haben wir renoviert“, sagt Burgholz, der in seinen 40 Jahren im Geschäft nie eine ähnliche Situation erlebt hat.

Timo Weßel vom Expert-Markt konnte sich nicht über Besuch geklagen. „Viele nutzen jetzt das schöne Wetter und gucken bei uns.“ Auch wenn sie wegen der Zwangspause im Online-Laden hätten einkaufen können.

Bei 19/20, dem Modeladen von Ahlert, hat Jutta Bülter festgestellt: „Viele Kunden haben doch Respekt, die halten Abstand. Hoffen wir, dass es vorbei geht.“

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