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Coronagerechte Schlüsselübergabe bei Otto‘s

Das Prinzenpaar im Schaufenster

Greven

Die normale Schlüsselübergabe fiel Corona zum Opfer. Aber am Samstag kam Bürgermeister Dietrich Aden zu einer würdigen Ersatz-Veranstaltung.

Luca Pals

KG-Präsident Guido Lake und Bürgermeister Dietrich Aden bei der närrischen Ersatz-Schlüsselübergabe. Foto: Luca Pals

„Dieser Tag wird in die Geschichte eingehen“, ist sich Dietrich Aden mit einem Augenzwinkern sicher. Noch nie in der langen Tradition des Grevener Karnevals konnte der Bürgermeister mitsamt Stadtwache die Schlüssel verteidigen und den Sturm auf das Rathaus abwehren.

Natürlich hat das weniger mit besonderen Maßnahmen zu tun, die das Rathaus zu einer Festung hätten ausgebaut, vielmehr ist wieder Corona der Spielverderber.

Spielverderber Corona

Dass bei den Vereinsnarren kein Karneval bekanntlich auch keine Option ist, ist auch klar: Die symbolische Schlüsselübergabe gab es am Samstagnachmittag bei Otto‘s – in kleinem und sicherem Rahmen.

Stadtprinz Tanki I. und seine Pünte Janina von der KG Emspünte ließen sich den Tag nicht nehmen und eroberten „Otto‘s“ Kneipe – Tankis Stammsitz – in der Fußgängerzone.

Dass sich der Stadtprinz einst den Weg in seine eigene Kneipe so hart erkämpfen müsse, hatte sich Tanki I. wohl auch nicht erträumen können. Vorbei an Aden und seine Stadtwache mussten die beiden ihr Karnevalswissen unter Beweis stellen und die Fragen des neuen Bürgermeisters beantworten.

In klassisch närrischer Tradition wurde pünktlich um 15.11 Uhr Flugs der Schlüssel an das im Schaufenster aufgestellte Prinzenpaar übergeben. Dort wird er erstmal bleiben.

Die Hoffnung auf eine bunte und dem Karneval gebührende Übergabe im kommenden Jahr schwingt an diesem bitterkalten Nachmittag bei allen mit. Im Schnee der vergangenen Tage und bei Temperaturen rund um den Gefrierpunkt weilen ausgewählte Vereinsmitglieder aus, halten sich mit Karneval-Hits zum Mitschunkeln aus der Musik-Box warm.

Eine Ecke kleiner

Ja es ist alles eine ganze Ecke kleiner in diesem Jahr. Maske tragen und Abstand halten – trotz des Versuchs ausgelassene Stimmung aufkommen zu lassen, sind die Vorgaben der vergangenen Monate auch Gesetz an diesem Nachmittag. Auch die Blicke einiger verwirrter Passanten standen sinnbildlich für diese Schlüsselübergabe in Corona-Zeiten: Mehr als fünf Menschen, die zusammenstehen, macht schon den Anschein illegaler Zusammenkünfte.

Janina sentimental

Pünte Janina gewährte derweil Einblicke in ihre Gefühlswelt: „Man denkt gerade natürlich an jedem Tag wo man jetzt gerade wäre und was aktuell anstehen würde. Vor allem an diesem Wochenende.“

Karnevalsumzug, große Feierlichkeiten, Rathaussturm – alles musste ausfallen. Online-Sitzungen und Schlüsselübergaben im kleinen Rahmen bilden die Alternativen, die sich auch Dietrich Aden nicht entgehen lassen konnte: „Natürlich ist das alles sehr schade in diesem Jahr. Auch als Bürgermeister wäre ich sehr gerne mit dabei gewesen.“

Für Aden gehörte Karneval immer schon dazu: „Ich bin zwar in keinem Verein aktiv, aber schon als Kind haben wir immer gemeinsam gefeiert und uns selbst Büttenreden ausgedacht. Karneval war immer schon wichtig.“

So sei auch klar, dass er den Schlüssel ohne Murren und Knurren im gewohnten Rahmen abgegeben hätte: „Dann eben im nächsten Jahr.“ Auch Tanki I. legt seine Hoffnungen ins nächste Jahr: „Dann wollen wir wieder so richtig feiern. So wie wir es in Greven kennen.“

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