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„Etna“ nutzte die Pandemie für eine umfassende Digitalisierung

Der gedruckte Bon ist Geschichte

Reckenfeld

Wer beim Ristorante „Etna“ eine Pizza zum Abholen bestellen wollte, konnte das bisher schon digital erledigen. Nun geht das auch für Präsenzgäste am Tisch.

Von Oliver Hengstund

Haben viel Technik im Einsatz, legen gleichwohl großen Wert auf persönlichen Service: Nicole und Antonio Furnari vom „Ristorante Etna“ Foto: Oliver Hengst

„Es bleibt trotzdem persönlich.“ Das ist Nicole Furnari ganz wichtig. Keine Technik der Welt kann den persönlichen Kontakt ersetzen, das direkte Gespräch, die individuelle Beratung. Aber Technik kann helfen, Abläufe zu vereinfachen.

Deshalb hat die Familie Furnari trotz oder gerade wegen der Pandemie investiert und den kompletten Bestellvorgang im Restaurant Etna digitalisiert. Rund 20 000 Euro haben sie in die Hand genommen, staatliche Förderung inklusive. „Ich bin ein Fan der Digitalisierung“, sagt Antonio Furnari, „weil es den Arbeitsablauf enorm erleichtert.“ Und weil es – nicht ganz unwichtig in diesen Zeiten – hilft, Kontakte zu minimieren.

Seit der Wiedereröffnung des Restaurants nach dem langen Lockdown läuft das mit dem Bestellen so: Gäste werden zum Tisch begleitet und erhalten direkt einen individuellen QR-Code zum Einscannen mit dem Handy (oder einem Etna-Leih-Tablet). Mit diesem Code landet man direkt im Onlineshop des Restaurants, wählt dort Pizza, Salat, Cola und Co. aus und klickt auf „Bestellen“. Die Kundenwünsche landen per Push-Nachricht auf dem Handy der Bedienung, die diese an die Küche weiterleitet. Dort werden die Bestellungen auf Monitoren angezeigt (inklusive einer Angabe dazu, wie lange ein Tisch schon wartet). Die guten alten Bons haben ausgedient.

Das digitale Bestellen ist ein Angebot, niemand wird gezwungen, es zu nutzen. Natürlich kann man auch noch mit klassischer Speisekarte auswählen und bei der Bedienung seine Wahl persönlich durchgeben. Gleichwohl hoffen die Furnaris auf Akzeptanz der digitalen Variante. „Wenn das 30 bis 40 Prozent der Gäste nutzen, hat es sich schon gelohnt“, sagt Antonio Furnari. „Das ist eine Frage der Gewöhnung“, glaubt Gattin Nicole. Als man das Abhol-Geschäft während des Lockdowns auf online umgestellt habe, sei dies auch erst schleppend angenommen worden. „Mittlerweile laufen 80 Prozent der Bestellungen über den Online-Shop ein“, sagt der Koch und Inhaber.

Nun wird die digitale Variante also auch für Präsenz-Gäste am Tisch angeboten. Für Kunden eine schnelle, hygienische und unkomplizierte Sache. Wer möchte, kann auf diesem Weg auch direkt bezahlen, per Karte oder Paypal.

Jederzeit kann auch nachbestellt werden. Wer also im Sommer noch ein kühles Getränk braucht, kommt mit der digitalen Variante wohl schneller zum Ziel, sagen die Furnaris. Damit alles reibungslos klappt, mussten Tablets für Kunden und Handys für die Angestellten, neue Kassen, Monitore, Hard- und Software für ein stabiles W-Lan und manches mehr gekauft und installiert werden. Der Probelauf in den ersten Tagen hat gezeigt: Alles läuft.

Die Furnaris sehen ökologische und wirtschaftliche Vorteile. „Papier fällt komplett weg“, sagt der Pizza-Nationalbäcker. Zudem spare das digitale Bestellen Wege ein – mit Blick auf knappere Personalressourcen nicht ganz unwichtig. „Die Situation ist durch Corona nicht leichter geworden“, sagt Antonio Furnari. Der Kern der Mannschaft sei zwar erhalten geblieben, einige hätten sich aber auch umorientiert.

Gleichwohl werde man sich auch künftig weiter persönlich um die Anliegen der Kunden kümmern. Wer eingeloggt ist, kann zum Beispiel auf „Kellner rufen“ drücken. Und Speisen und Getränke zum Tisch bringen und einen Guten Appetit wünschen – das kann und soll auch künftig keine Technik übernehmen.

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