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Gimbtes künftiger Dorfladen nimmt Gestalt an

Deutscher Herd mit hohen Decken

Greven

Die ehemalige Traditionskneipe „Deutscher Herd“ in Gimbte wird umgebaut zum neuen Dorfladen. Der kleine Laden soll ein großes Sortiment enthalten.

Günter Benning

Sie sind die Geschäftsführer und Gesellschafter der Dorfladen-Gesellschaft: Gisela Liesenkötter, Jutta Bellers und Johannes Wilp (v.l.). Foto: Günter Benning

„Deutscher Herd“, die große Inschrift an der ehemaligen Traditionskneipe in Gimbte, strahlt frisch. Auch die Fassade ist wassergestrahlt und neu verfugt. Im Inneren arbeiten Fliesenleger und Installateure mit Schmackes.

Früher war hier Wirt Siggi Siemon eine Gimbter Institution. In Zukunft wird hinter der historischen Wandschrift der neue Dorfladen zu finden sein.

Wobei, kurz Anhalten. „Noch haben wir keine Zuschüsse, es ist noch nichts unterschrieben“, bremsen diejenigen, die den Gimbter Dorfladenverein vertreten. Gisela Liesenkötter, Jutta Bellers und Johannes Wilp haben sich in der Dortmitte getroffen. Sie sind formell geschäftsführender Gesellschafter der Dorfladen UG.

UG heißt Unternehmergesellschaft, die kleinste aller möglichen Gesellschafterformen. Man kann sie schon mit einem Euro Stammkapital gründen, bei 25 000 Euro wird daraus eine GmbH.

Derzeit warten die 120 Teilhaber des künftigen Gimbter Dorfladens noch auf den Bescheid über Mittel aus dem Leader-Programm des Landes. Von einer Kommission wurde dem Verein zwar bereits grünes Licht gegeben, aber bevor hier nicht alles schwarz auf weiß vorliegt, will man kein Risiko eingehen.

Dabei sind die Geschäftsführer gut zufrieden. Einmal mit Investor Jan-Bernd Kappelhoff, der den Deutschen Herd gekauft hat. Neben dem Dorfladen lässt er dort gerade neue Wohnungen entstehen. Aber wer über die Schwelle der ehemaligen Gaststätte geht, sieht, dass hier solide investiert wird. Sandsteinfliesen im Eingangsbereich – rechts entsteht ein neuer Sanitär- und Büro-Bereich, links ist im Speisezimmer des Deutschen Herdes nur der Kamin stehen geblieben. Die abgehängten Decken wurden entfernt – der Raum hat jetzt eine lichte Höhe von über drei Metern. Auch das Butzenglas ist verschwunden, man kann von innen raus- und von außen reingucken.

„Das hier wird das Café“, sagt Johannes Wilp im Gastraum. 25 Plätze sollen im Gebäude entstehen, draußen vor der Tür gibt es weitere 25 Plätze. Man spekuliert auf Radfahrer oder Touristen aus den Selbstversorgen-Ferienwohnungen des Dorfes, die zum Frühstücken kommen können.

Im ehemaligen Thekenbereich entsteht die Brot- und Kuchentheke, im Saal dahinter wird der kleine Supermarkt gerade gefliest. „Wir sind in Gesprächen mit einem Großhändler“, sagt Gisela Liesenkötter. Der kleine Laden soll ein großes Sortiment enthalten – so wie in anderen Läden, die sich die Gimbter in den letzten Wochen angesehen haben. „Da werden wir sicherlich auch das Angebot anpassen“, ist sich Jutta Bellers sicher.

Rund 200 Quadratmeter Gesamtfläche, davon 120 im Laden. Da lässt sich schon was machen. Mit künftigen Mitarbeitern hat man bereits Bewerbungsgespräche geführt. Es soll erst mal mit drei Festangestellten und 450-Euro-Kräften gearbeitet werden. Öffnungszeiten: Sieben Tage, in der Woche von 6.30 bis 18 Uhr. „Ändern“, so Wilp, „kann man das je nach Bedarf.“

Durch die erwarteten Leader-Mittel sollen 65 Prozent der Ladeneinrichtung finanziert werden. Für den Rest muss der Verein aufkommen. Derzeit haben 120 Mitglieder Anteile zwischen 250 und 5000 Euro gezeichnet. Johannes Wilp: „Wir hoffen, dass sie auch als Kunden kommen.“ Möglicherweise schon ab September.

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