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Biowärme durch Biogas und Solarthermie

Die Kombination soll es richten

Greven

Die beiden Initiatoren des Nahwärme-Projektes für den Grevener Süden arbeiten derzeit an einer veränderten Ausrichtung des Konzepts.

So etwa sehen die beiden Foto: 2G Energy AG

Dass das Nahwärme-Projekt der Firma „Biowärme Greven GmbH“ für den Grevener Süden sich verzögert und eine Umsetzung im aktuellen Jahr 2023 nicht mehr stattfinden kann, wurde an dieser Stelle schon vermeldet. Aber was hat es denn dann mit dieser Anzeige bei Ebay Kleinanzeigen auf sich? Dort bietet Thomas Wickenbrock, einer der Geschäftsführer der GmbH, zwei Blockheizkraftwerk der Firma 2G Energy AG zum Verkauf an – wegen „voraussichtlicher Neuorientierung“, wie es in der Anzeige heißt. Heißt das, dass das Projekt Nahwärme für den Grevener Süden damit geplatzt ist?

„Nein“, sagt der andere Geschäftsführer der „Biowärme Greven GmbH“, Tobias Werning. „Wir wollen sehen, was die Maschinen noch wert sind.“ Denn: Zur Zeit befinde sich alles rund um die Nahwärme in der Prüfung.

Dabei gehe es auch und vor allem um die verbrennungsfreie Wärme-Erzeugung. „Wir denken über große Solar-Thermie-Anlagen mit großen Speichern nach und stehen da auch im Austausch mit der Stadtverwaltung“, sagte Werning. Letztendlich würden die Planungen in Richtung einer Kombination der verschiedenen Wärmeerzeugerungen laufen. „Es gibt eben auch Zeiten, wo die Sonne nicht so kräftig scheint und die Solarthermie nicht ausreichen Wärme erzeugt. Da ist dann natürlich auch das Verbrennen von Biogas und Holzhackschnitzeln eine Notwendigkeit“, erklärte Werning. Wichtig sei ihm aber bei allem, dass es um erneuerbare Energie-Erzeugung gehe.

Die Zielgröße für die verbrennungsfreien Wärme liege bei 40 bis 60 Prozent. „Wir wollen nicht das eine durch das andere ausschließen. Ohne Verbrennungswärme geht es nicht.“

Letztendlich arbeite man derzeit auf Hochtouren an dem Projekt Biowärme. „Das muss alles durchgespielt werden, die Dimensionierung muss passen. Es muss anders und besser werden“, sagte Werning. Die finanzierenden Banken stünden parat. Aber die Tendenz, dass alles teurer werde, werde sich sicherlich auch in den kommenden Jahren fortsetzen. „Ich gehe davon aus, dass auch die Umsetzung unseres Projektes noch teurer wird.“

Man kämpfe täglich darum, dass das Nahwärmeprojekt umgesetzt werden kann. „Aber solche Planungen dauern nun mal lange.“

Im Jahr 2017 hatte es in Zusammenarbeit mit der FH eine Machbarkeitsstudie zum Thema Nahwärme gegeben. Damals wurde angenommen, dass die Sandgrube an der Schützenstraße dann, wenn sie aufgegeben wird, mit Kollektoren für Solarthermie zur Erzeugung von Sonnenwärme bestückt wird. Weitere Kollektoren könnten in den Schleifen der Autobahn Aus- und Auffahrt stehen.

Letztendlich müsse man aber alle Aspekte und Möglichkeiten bewerten. „Dann kann es auch sein, dass nicht nur mehr von der Wärmeversorgung des Grevener Südens die Rede ist“, sagte Werning.

Er glaube fest daran, dass das Projekt Nahwärme umgesetzt werden könne. „Aber wir können niemandem etwas versprechen.“

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