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Stadt verhandelt mit Sportvereinen über Bewirtschaftungsverträge

„Die Kosten sind davongelaufen“

Greven/Reckenfeld...

Vier Vereine bei der Bewirtschaftung ihrer Fußballplätze unter einen Hut bringen – gar nicht so einfach. Doch genau das versucht die Stadt Greven derzeit.

Oliver Hengst

Alle Vereine haben unterschiedliche Voraussetzungen. So hat der SCR etwa eine nagelneue Anlage Foto: SCR

Vier Grevener  Vereine mit Fußballplätzen unter einen Hut bringen – gar nicht so einfach. Doch genau das versucht die Stadt Greven derzeit. Dabei geht es um so genannte Bewirtschaftungsverträge. Bislang geschieht diese Bewirtschaftung jeweils auf ganz unterschiedliche Weise. Manche Vereine machen alles selbst (zu entsprechenden Konditionen), manche legen die Pflege der Plätze, Anlagen und Gebäude komplett in die Hände der Stadt.

Das liegt (auch) daran, dass die Vereine sehr unterschiedlich ausgestattet sind. Greven 09 etwa verfügt über die technischen Geräte, die für die Pflege notwendig sind, und auch über die Lagerkapazitäten, Blau-Gelb Gimbte hat beides nicht.

Unterschiedlich sind auch die strukturellen Voraussetzungen: Überwiegend bestehen die Anlagen aus einem Mix älterer und neuerer Elemente, der SC Reckenfeld hingegen hat seit kurzem eine nagelneue Anlage am Wittlerdamm mit topmodernem Vereinsheim.

All das gilt es zu berücksichtigen. Und das macht die Sache so kompliziert. Dennoch möchte die Stadt gerne einheitliche Verträge mit den vier Vereinen – Greven 09, DJK BW, SC Reckenfeld und BG Gimbte – abschließen. „Das wird glaube ich sehr schwierig“, sagte Frank Hänel, in der Stadtverwaltung für Sportangelegenheiten zuständig, nun im neu gebildeten Kultur- und Sportausschuss, wo er über den aktuellen Stand der Dinge informierte. Man müsse wohl, so Hänel, schon hier und da spezielle Regelungen finden. Aber: „Wir sind in allen vier Fällen auf dem Weg, eine für alle Seiten akzeptable Lösung zu finden.“

Stephan Bothe, der im Ausschuss den Stadtsportverband vertritt, entgegnete höflich, aber bestimmt: „Den Optimismus kann ich nicht ganz teilen.“ Der Teufel steckt wie so oft im Detail. Die Verträge, die die Stadt den Vereinen anbietet, sehen vor, dass die Clubs die Bewirtschaftung der Gebäude übertragen bekommen, während die Bewirtschaftung der Außenanlagen in der Zuständigkeit der Technischen Betriebe Greven liegt. Die Vereine sollen für ihren Einsatz 70 Prozent jener Kosten erstattet bekommen, die die Stadt zahlen müsste wenn sie die Bewirtschaftung der Gebäude selbst übernehmen würde – so sehen es bestehende Verträge mit 09 und DJK schon jetzt vor. Im Gegenzug sollen sich die Vereine mit 30 Prozent an jenen Kosten beteiligen, die für die Grünpflege durch die Technischen Betriebe anfallen. Diese anteiligen Kosten, die die Vereine tragen müssten, würden mit den städtischen Zuschüssen für die Gebäudebewirtschaftung verrechnet.

Das kommt nicht überall gut an, wie Bothe ausführte. Für einige Vereine sei das nicht zu leisten. Man sei noch in Gesprächen, das sei auch gut. Aber: „Die Ausgangslage ist sehr unterschiedlich bei den einzelnen Vereinen.“ Die Kosten für die Bewirtschaftung der Anlagen seien „in den letzten Jahren davongelaufen, die Verträge sind nie angepasst worden.“ Mit den neuen Konditionen werde die Lage noch schwieriger.

Laut Hänel haben die schon viele Jahre bestehenden Verträge mit DJK und 09 ein Problem: nämlich die Abgrenzung. Sprich: Unklarheiten, wer eigentlich für was genau zuständig ist. Das Problem sollen die neuen Verträge aus dem Weg räumen. „Wenn die Vereine also die Gebäude übernehmen, sind sie für alles zuständig, inklusive der Investitionen in diese Gebäude“, machte Hänel deutlich. Die Vereine müssten also aus den städtischen Zuschüssen auch Rücklagen bilden. Dafür stünden ihnen natürlich auch die Einnahmen zu, die sie mit Vermietungen und ähnlichem erzielen. Offen ist noch die Kostenfrage bei der so genannten „Drittnutzung“, also des Schulsportes.

Käme es so, wäre laut Hänel künftig eindeutig geregelt, wer für die Bauunterhaltung zuständig ist. Bislang sind teilweise auch bestimmte Höchstgrenzen vereinbart. „Dann kann man sich trefflich darüber streiten, ob eine unterlassende Bauunterhaltung dazu geführt hat, dass es eine größere Instandsetzungsmaßnahme ist, für die dann wieder die Stadt zuständig ist“, sagte Hänel – wohl in Anspielung auf die Debatte über die marode alte Umkleide am Wittlerdamm in Reckenfeld.

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