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Autorin und Lektorin Barbro Garenfeld

Die Suche nach dem „Wofür?“

Greven

Barbro Garenfeld ist Bücherfrau durch und durch. Sie kennt sich in allen Bereichen auf dem Weg von der ersten Idee bis zum fertigen Buch bestens aus. Und jetzt hat sie ein Buch geschrieben.

Von Pia Weinekötter

Die Grevenerin Barbro Garenfeld ist Bücherfrau durch und durch und hat jetzt auch ein eigenes Buch veröffentlicht. Foto: Pia Weinekötter

Belletristik bei Diogenes, fünfbändiges Lexikon der Weltliteratur und Reiseführer bei Harenberg, Kunstbücher bei Taschen, Pädagogikbücher für Ökotopia oder Festtags-Bücher für Coppenrath, um nur einige der Stationen zu nennen – Barbro Garenfeld ist Bücherfrau durch und durch. Sie kennt sich in allen Bereichen auf dem Weg von der ersten Idee bis zum fertigen Buch bestens aus.

Ihre Affinität zum Buch entdeckte sie bereits während ihres Studiums der Amerikanistik, Germanistik und Romanistik. „Im Volontariat beim Diogenes-Verlag erkannte ich: Büchermachen ist mein Ding“, erklärt die gebürtige Würzburgerin. „So war ich nach meinem Magister-Abschluss erst mehrere Jahre als Redaktionsassistentin und Chefin vom Dienst bei Harenberg in Dortmund tätig und anschließend als Lektorin beim Taschen-Verlag in Köln für die Bereiche Kunst und Architektur zuständig.“

Die heute 61-Jährige kennt daher jeden Entwicklungsschritt bei der Realisierung innovativer Buchideen „Ich koordiniere komplexe, auch mehrsprachige Publikationen, mache Textredaktion, Lektorat wie auch Korrektorat, unterstütze beim Illustratorenmanagement wie bei der Bildrecherche und -redaktion bis hin zur Covergestaltung, betreue Lithographie und Druck und kümmere mich letztendlich auch um die Produktion von eBook-Formaten.“

Als einen der Höhepunkte ihrer Karriere betrachtet die Bücherfrau „Das große Buch der Schreibkultur“ von 2010 über die Vielfalt an Schreibgeräten inklusive Entstehungsgeschichte, die Vorstellung relevanter Hersteller wie auch eine Vielzahl interessanter Geschichten und Anekdoten. „Hier konnte ich als verantwortliche Herausgeberin mit eigenem Budget mein Wissen und meine Kreativität optimal einbringen“, erklärt Barbro Garenfeld stolz und blättert in dem dreisprachigen großformatigen Bildband.

2000 zog die Fränkin mit ihrem aus dem Münsterland stammenden Mann und ihren beiden Kindern nach Greven und managt seither ihr Lektoratsbüro von hier aus. Hier arbeitet sie auch als Dozentin für Deutsch als Zweitsprache.

Und hier entstand ihr neustes Projekt: Garenfeld hat ihr eigenes Buch geschrieben. „Natürlich bin ich euphorisch“, freut sie sich. Unter dem Titel „Nicht warum, sondern wofür“ veröffentlichte sie im August dieses Jahres die Geschichte einer Lebenswende, so der Untertitel. Parallelen von der Hauptfigur, der freien Lektorin Clara Berg aus dem Frankenland, die mit Mann, Sohn und Tochter im Münsterland heimisch wird, zur Autorin selbst sind nicht von der Hand zu weisen. „Natürlich schreibe ich über das, was ich kenne“, erklärt Garenfeld und verweist damit auf ihren Beruf als auch auf ihre Lebenserfahrung.

Der Titel „Nicht warum, sondern wofür“ verrät schon, dass nicht der Schicksalsschlag, den die Protagonistin erlebt, im Mittelpunkt der Handlung steht. Denn der wäre austauschbar: „Das könnte ein Verlust persönlicher oder materieller Art, eine Krankheit, eine Trennung, aber auch jede andere existenzielle Herausforderung sein.“ Viel wichtiger ist der Autorin, was sich nach dem Schicksalsschlag entwickelt, wofür er steht und was er bewirkt.

Das aufwühlende Auf und Ab der Protagonistin Clara Berg wird von Barbro Garenfeld authentisch und lebensnah geschildert. „Der Leser, die Leserin – das sind Menschen in der Lebensmitte wie auch Gesundheitspersonal aus Pflege, Therapie, Reha und Hospiz – erlebt hautnah mit, wie das pulsierende Leben stockt, der Lebensrhythmus gestört wird und sich Denkweisen verschieben“, umreißt Garenfeld den Inhalt und ergänzt. „Dabei erfährt Clara Berg, wie sie ihre Entscheidungsfähigkeit stärken, ihre Prioritäten und Werte neu ermitteln sowie ihre natürlichen Ressourcen und Kräfte nutzen kann.“

Es ist viel Herzblut dabei, wenn man Garenfeld zuhört. Denn auch sie hat eine Lebenskrise durchlebt, durch die sie ihrem umfangreichen Schaffen eine weitere Facette hinzugefügt hat. „Ich habe für mich achtsame Lebensweise, Entschleunigung und gesunden Lebensstil als Schlüsselfunktionen erkannt und kann diese in einer Ausbildung zur Präventologin umsetzen.“ So ist das in leicht lesbarer, spannender Prosa geschriebene Buch gleichzeitig die Abschlussarbeit ihres Fachstudiums.

In ihrer Tätigkeit als Präventologin möchte sie in Workshops und Einzelcoachings Gesundheits- und Lebenskompetenz sowie biografisches und heilendes Schreiben vermitteln. Denn wie der Titel ihres Buches schon andeutet: „Nicht fragen, WARUM ist mir das passiert? Sondern, WOFÜR ist das gut?“

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