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Antonius Albertmann hat auf fünf Hektar Blühpflanzen angelegt – mit Kreisprogramm

Dieser Blühacker lohnt sich

Greven

In Pentrup blüht es. Hinter dem Blühacker von Bauer Antonius Albertmann steckt ein Programm des Kreises. Eins, das sich lohnt.

Von Günter Benning

Hier blüht es – auf dem Blühacker von Antonius Albertmann in Pentrup fühlen sich Insekten wohl – und nicht nur sie. Foto: Günter Benning

Antonius Albertmann lässt den Acker blühen. In Pentrup, kurz vor der Einfahrt zum Sachsenhof, fährt man an seiner Fläche voller gelber, weißer und blauer Blüten vorbei. „Das sieht ungewöhnlich aus“, sagt der Landwirt, „aber es ist ein gefördertes Programm vom Kreis Steinfurt.“

In den vergangenen Jahren war in den Kommunen immer von der Ackerrandbegrünung die Rede, um eine Kultur zu fördern, in der für Insekten genügend Nahrung ist. „Wir haben auch Blühstreifen“, sagt der Ackerbauer, der auf 40 Hektar Getreide anbaut und noch 18 Hektar Wald bewirtschaftet, „aber die bringen der Natur nicht soviel.“

Aus der Sicht des Jägers

Albertmann sieht es durch die Brille des Jägers. Wenn durch so einen Streifen am Ackerrand der Fuchs marschiere, da haben Vogelgelege und Junghasen keine Chance. „Aber auf einem Acker, da können sie sich viel besser verstecken.“

Derzeit hat Albertmann rund 5,5 Hektar seiner Flächen zum Blühacker gemacht. „Wir werden in diesem Sommer noch eine Fläche anlegen“, sagt er. Natürlich schon auf solchem Gelände, wo ein Trecker bei der Getreidebewirtschaftung schlecht rangieren kann.

Für Albertmann hat der Blühacker Vorteile. Erstens könne man die Flächen düngen. „Da kommt Substrat aus der Biogasanlage drauf“, sagt er. Außerdem bleibt der Boden für fünf Jahre unbehandelt, also frei von Chemikalien. Fünf Jahre, weil das Förderprogramm des Kreises die Nutzung der Flächen für diese Zeit festlegt.

Zweimal mähen

Weiterer Vorteil: Zweimal im Jahr muss auch die Blühwiese gemäht werden. Die Ernte kann in Biogasanlagen verwertet werden – als Ersatz für Mais, auch wenn die Energieausbeute dem Mais nicht zu 100 Prozent entspreche.

„Man kann hören, wie es auf den Flächen summt und brummt“, sagt Antonius Albertmann. Wenn Ende Juli gemäht wird, bleiben übrigens etwa zehn Prozent der Pflanzen stehen, damit die Insekten nicht plötzlich vor leeren Futtertrögen stehen. Danach wächst die Wiese von alleine wieder weiter.

Albertmann steht mit seinen Blühflächen nicht alleine da. Im Kreis Steinfurt, sagt er, seien im vergangenen Jahren allein 40 Hektar gefördert worden. „Die Förderung macht es interessant“, sagt er, „weil man dann auch den Flächen zumindest einen Ertrag hat.“

„Das hat viele Vorteile“, sagt der Ackerbauer, „fünf Jahre keine Chemikalien auf dem Acker, der Boden wird mit Biogadssubstrat gedüngt. Und er wird mit Trockenperioden besser fertig.

Info: Saatgut vom Kreis

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