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Trio E.T.A. bei Greven Klassik im Ballenlager

Ein kongenialer Triosound

Greven

Das hochkarätige Trio E.T.A. aus Hamburg, mit Elene Meipariani (Violine), Till Schuler (Violoncello) und Till Hoffmann (Klavier) bescherte ein tolles Konzerterlebnis.

Von Ulrich Coppelund

Das hochkarätige Trio E.T.A. aus Hamburg, mit Elene Meipariani (Violine), Till Schuler (Violoncello) und Till Hoffmann (Klavier) sprang am Sonntagabend ein – und bescherte ein tolles Konzerterlebnis. Foto: Ulrich Coppel

Corona wirbelt auch den Konzertbetrieb durcheinander. Zwar zwingen die Schutzverordnungen derzeit häufig nicht zu Absagen von ganzen Veranstaltungen, allerdings musste nun Greven Klassik ganz kurzfristig sein Programm für das Konzert am Sonntagabend ändern. Variante diesmal: Im Ensemble 4.1, dessen Konzert eigentlich geplant war, steht ein Mitglied unter Corona Quarantäne. Das hochkarätige Trio E.T.A. aus Hamburg, mit Elene Meipariani (Violine), Till Schuler (Violoncello) und Till Hoffmann (Klavier) sprang ein - und bescherte ein tolles Konzerterlebnis. Auf dem Programm standen drei Klaviertrios von drei verschiedenen Komponisten, aus drei verschiedenen Epochen und Stilen. Alle in c-moll, alle modulieren im Verlauf nach C-Dur.

Kompositionen des Russen Dimitri Schostakowitsch stehen derzeit angesichts seines besonderen Lebenslaufes, und der der sich zuspitzenden politischen Lage im Ukraine-Konflikt häufig auf Konzertspielplänen. Der Komponist schrieb den zu seinen Lebzeiten regierenden Stalin-Sowjetoberen zwar die Hymnen, die sie gern hören wollten, doch seine oft geradezu apokalyptische Idiomatik lässt keine Zweifel an der künstlerisch-kritischen Haltung gegenüber ihnen.

Mit Schostakowitschs Trio Nr 1, c-moll op. 8 präsentierten die drei jungen Musiker ein Frühwerk des Komponisten, bestehend aus einem kleinen melodischen Motiv in harmonisch permanent mutierenden Kontexten - Gratwanderungen sämtlicher musikalischer Parameter bis hinein in Extreme bis an die Grenzen der Tonalität – aber nie darüber hinaus. Das Trio E.T.A. gab alles, und es gelang alles, ganz zum Trotz des nicht allzu großem Flügels und der trocknen Akustik im gut besuchten Ballenlager.

Ludwig van Beethovens Trio Nr. 3, c-moll, op 1/3 ist ebenfalls ein Frühwerk. Und doch schon perfekt. Den musikalischen Kontrast zur Zerrissenheit des Schostakowitsch formten die drei hinein in einen inneren, kongenialen Triosound, und ein Klassik-Parlando, das man erst einmal so hinbekommen muss: Großartig.

Nach der Pause erklang mit Felix Mendelssohn Bartholdys Trio Nr. 2, c-moll op. 66 ein verbindendes, typisch romantisches Werk. Das Trio E.T.A formte die enthaltenen feinen Melodien, erzählte Klanggeschichten, entwickelte brausende Stürme und Wogen. Als Zugabe - wie konnte es auch anders sein, gab es ein Scherzo, entnommen aus dem Klaviertrio von E.T.A. Hoffmann, dem Dichter, Schriftsteller und Komponisten, nach dem sich das Trio auch seinen Namen gab.

Ein toller, sehr inspirierender Abend.

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