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Wie aus einem EFI-Treffen eine Skulpturenausstellung wurde

Ein Team für die Kunst

Greven

Sie kennen sich aus. Sie haben Elan. Auch nach der Pensionierung. Diese EFI-Gruppe verdankt Greven seine Emsdeich-Galerie.

Von Günter Benningund

Die Macher der Emsdeich-Skulpturen-Ausstellung (v.l.): Ria Beuning, Sepp Weber, Annegret Lang, Peter Vennemeyer und Werner Peters. Foto: Günter Benning

Manchmal müssen erst die Richtigen zusammen kommen. Peter Vennemeyer, 2015 noch Bürgermeister Grevens, erinnert sich, wie er beim Orientierungstreffen einer neuen EFI-Gruppe die Idee platzierte, am Emsdeich Kunst aufzustellen: „Hatte ich vorher schon mal – aber ohne Resonanz.“

Jetzt steht er am Emsdeich und sagt: „Dass es so eine große Nummer wird, hätte ich nicht gedacht.“

Das Team von der Kunst-Meile vereint Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen. Da ist die ehemalige Hauptschullehrerin Annegret Lang, geübt im Umgang mit Menschen. Da ist der Pensionär Werner Peters, der in Velen Beigeordneter war, die Wege der Bürokratie kennt und sich mit Schule und Kultur befasst hatte.

Oder da ist Sepp Weber, der Beauftragte „für alles“ in der Druckerei der Süddeutschen in München, den es wegen der Liebe nach Greven verschlagen hat. „Das Skulpturenteam hatte gesehen, dass ich Internet-Seiten machen kann“, erinnert er sich. Schon war er eingekauft.

Und da ist Pia Beuning, die von ihrem verstorbenen Mann Pons das Engagement übernommen hat. Obwohl der Grevener Kunst-Kurator und Tausendsassa kaum zu ersetzen ist: „Eigentlich bin ich noch bei den Königskindern in Münster engagiert“, sagt sie.

Das Ehrenamt erschließt neue Welten. Der „Beutebayer“ Weber etwa war zunächst in einer EFI-Reisegruppe (Erfahrungswissen für Initiativen) mit anderen Zugereisten aktiv. Dann hat ihn das Skulpturen-Projekt mit Beschlag belegt. Das brachte viele neue Kontakte, Begegnungen, Freundschaften. „Gleichzeitig ist man nicht fest angebunden“, sagt er, „wenn ich sage, ich hab heut keine Zeit, dann hat man eben keine Zeit.“

Auch für Werner Peters, der nach der Pensionierung nach Greven gezogen ist, war die ehrenamtliche Arbeit ein Stück Integration: „Ich habe viele Leute dadurch kennengelernt. Das war ein schöner Start.“

Annegret Lang, die nach ihrer Schulzeit noch Sinn-

volles machen wollte, war ergebnisoffen in ein EFI-Treffen gegangen. Als Peter Vennemeyer sein Gedankenspiel von der Kunst-Galerie am Deich vorstellte, sprangen sie und Werner Peter gleich darauf an: „Pons Beuning kam auch dazu, obwohl er nicht zur EFI-Gruppe gehörte. Er hat die Sache angetrieben.“ Er habe mit Beuning viele Gespräche über Kunst geführt, erinnert sich Initiator Peter Vennemeyer: „Manchmal war ich erst skeptisch – aber Kunst soll ja auch polarisieren.

Erstaunlich, was die kleine Aktiven-Gruppe mittlerweile auf den Deich gestellt hat. Ein gutes Dutzend Skulpturen renommierter Künstler konnte in den letzten fünf Jahren finanziert werden. Alle haben einen Bezug zu Greven – ebenso wie die Sponsoren, die dieses künstlerische Aushängeschild am Emsradweg erst ermöglicht haben.

Und es geht immer weiter. Als nächstes wird die Skulptur „Die Nadel“ realisiert werden, verkündet Peter Vennemeyer beim Treffen am Deich: „Wir sind froh, dass die Wertestiftung der Volksbanken die Förderung übernimmt.“

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