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Händler kämpfen mit Lieferengpässen

Ein unglaublicher E-Bike-Boom

Greven

Der Vorratsraum im Keller ist so gut wie leer, Fahrradhändler verkaufen zur Zeit jede Menge Räder.

Peter Beckmann

Wenn das lang erwartete neue Rad endlich da ist, muss es erst noch für den Endverbraucher zusammengeschraubt werden. Foto: Peter Beckmann

Für viele Betriebe und Unternehmen hat die Corona-Pandemie erhebliche finanzielle Folgen – in den meisten Fällen negative. Für eine Branche hat die Pandemie aber ganz andere Folgen. Fahrradhändler verkaufen zur Zeit jede Menge Räder. So auch Elmar Homann, der sein Fahrradgeschäft an der Saerbecker Straße hat.

„So einen Boom habe ich noch nicht erlebt“, erzählt Homann und zeigt seinen „Vorratsraum“ im Keller. Der ist so gut wie leer. Die paar Räder, die da noch stehen, sind bereits verkauft. „Verkauft werden derzeit zu einem ganz großen Teil E-Bikes“, erzählt er.

Jede Menge Stress

Was auf den ersten Blick als sehr erfreulich für ihn aussieht ist, aber auch mit jeder Menge Stress verbunden. „Viele Hersteller haben inzwischen Lieferprobleme“, erzählt der Fahrradhändler. Der schraubt gerade zwei nagelneue E-Bikes zusammen, die eigentlich Anfang Mai beim Kunden sein sollten. „Dann kamen alle zwei Wochen neue Meldungen, dass sich die Lieferung verzögert.“ Erst jetzt, fast zwei Monate zu spät, sind die Räder bei ihm eingetroffen. „Das Warten auf die Ware zieht sich wie ein Kaugummi“, stöhnt Homann.

Aber nicht nur die Räder selbst sind schwer zu bekommen. Auch Ersatzteile lassen auf sich warten. „Da müssen wir die Kunden immer wieder vertrösten.“

Ein Grund für die Lieferengpässe sei, dass viele Bauteile der Räder aus China oder den USA kommen und deshalb auf sich warten lassen. „In einer großen Firma für E-Bike-Motoren wird Kurzarbeit gefahren, obwohl die Nachfrage riesig ist. Die bekommen aber keine Teile.“

Trotz allem hat Homann sehr gut zu tun. Neue Räder fahrfertig machen, andere Räder reparieren. Denn: Radfahren ist absolut in. „Viele Menschen fahren oder fliegen zur Zeit nicht in Urlaub, haben deswegen Geld übrig und verbringen ihren Urlaub zu Hause mit Radtouren“, erzählt Homann.

Aber: Für viel Kunden sei es inzwischen auch eine Frage des Umweltbewusstseins. „Viele wollen aus diesem Grund mehr mit dem Rad fahren.“

Das nächste Problem werden dann wohl die Neuheiten werden. „Normalerweise werden die im Rahmen einer großen Messe vorgestellt, die aber aufgrund der Pandemie in diesem Jahr nicht stattfindet“, weiß Homann. Und deswegen werden die Vertreter der einzelnen Hersteller wohl demnächst von Händler zu Händler ziehen, um ihre Neuheiten präsentieren zu können. Und das kostet wieder Zeit, die Händler wohl lieber für den Verkauf und die Reparatur verwenden würden.

Aber diesen Stress ist Elmar Homann ja gewohnt, nicht nur in der aktuellen Situation . . .

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