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Dach des Krankenhauses wird saniert

Ein wanderndes Baugerüst

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Uta Ischner berichtet über die Dachsanierung des Krankenhauses. Nach 50 Jahren kann es zu Überraschungen kommen.

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Das Krankenhaus ist eingerüstet. Zur zeit wird das Dach saniert. Foto: Krankenhaus

Die Diplom-Ingenieurin Uta Ischner ist Architektin bei der FACT GmbH und dort im Geschäftsbereich Baumanagement tätig. Im Interview mit Martina Cwojdzinski, Pressesprecherin des Krankenhauses, berichtet sie über die aktuelle Dachsanierung am Maria-Josef-Hospital und erklärt, warum es immer wieder Überraschungen gibt.

Frau Ischner, Sie sind als Architektin für die Dachsanierung bei uns am Krankenhaus zuständig.

Uta Ischner: Fast richtig. Ich bin Architektin, habe die Dachsanierung in dieser Funktion allerdings nicht geplant, sondern habe die Bauherrenvertretung seitens der FACT für das Maria-Josef-Hospital inne. Das heißt, ich habe alles im Blick, damit die Baufortschritte und die Kosten der Sanierung des Flachdaches im vorgegebenen Plan bleiben.

Ist die Dachsanierung denn im Plan?

Uta Ischner: Saniert wird die komplette Dachfläche über dem 4. Obergeschoss des Gebäudeteils A. Dazu gehören auch die Dachaufbauten sowie die tiefer gelegenen Flächen im Bereich der Innenhöfe. Insgesamt liegen wir mit den Bauarbeiten im Plan. Bisher hat alles gut geklappt, wenn es auch schon einige Überraschungen gab, die uns etwas aufgehalten haben.

Überraschungen am Bau klingt jetzt nicht so gut.

Uta Ischner (lacht): „Pläne sagen das eine, die Realität das andere“, heißt es so schön. Bei alten Gebäuden, egal ob Krankenhaus oder Einfamilienhaus, ist es normal, dass plötzlich ein Rohr auftaucht, das in keinem Plan eingezeichnet war. Das Dach, das wir sanieren, ist noch das Ursprungsdach des Krankenhauses und damit etwa 50 Jahre alt. Da sind Überraschungen an der Tagesordnung.

Vor der Sanierung gab es Wasserschäden, während der Bauarbeiten allerdings auch.

Uta Ischner: Ja, die Wasserschäden vor Beginn der Bauarbeiten lagen einfach daran, dass das Dach in die Jahre gekommen und nicht mehr dicht war. Jetzt erneuern wir die Dachdichtung komplett und sorgen für eine gute Dämmung. Auch sämtliche Regenrohre werden saniert, damit das Wasser künftig vernünftig ablaufen kann. Durch den vielen Regen hatten wir leider auch den Fall, dass während der Bauarbeiten Wasser ins Gebäude gelaufen ist. Das war natürlich nicht geplant. Wir arbeiten extra in kleinen Abschnitten und decken immer nur einen so großen Teil des Daches ab, den wir schnell auch wieder schließen können. Wenn der Wetterbericht dann mal nicht so genau ist, kann der Regen einen überraschen.

Warum gibt es eigentlich keine Grünbedachung auf dem Krankenhausdach?

Uta Ischner: Tatsächlich wäre diese vom Gewicht her zu schwer und wurde daher nicht umgesetzt. Da sich auf dem Dach auch technische Aufbauten wie z. B. das Lüftungsgerät befinden, macht eine komplette Begrünung keinen Sinn.

Warum hat man das Gefühl, dass das Baugerüst seit Monaten ums Krankenhaus wandert?

Uta Ischner: (lacht) Weil es genauso ist! Schon bei den Baumaßnahmen für das Verletzungsartenverfahren (VAV), die ich begleiten durfte, war das Baugerüst zum Park aufgestellt. Für die Dacharbeiten steht es jetzt zunächst an der Haupteingangsseite und zur Seite mit Blick auf das Parkdeck. Wir arbeiten uns in Abschnitten vor und werden wieder an der Parkseite enden, sodass das Baugerüst zum Ende der Bauarbeiten wieder im Park stehen wird. Im Hinblick auf die derzeitigen Abstands- und Hygieneregeln bzw. Sicherheitsmaßnahmen im Krankenhaus können wir froh sein, dass die Baustelle komplett von außen über das Gerüst zu erreichen ist. Da in diesem Gebäudeteil die Coronapatienten untergebracht waren und ggf. in Zukunft wieder kurzfristig untergebracht werden, mussten wir zu keiner Zeit die Baustelle unterbrechen, da wir die Zugänglichkeit zur Baustelle über das Gerüst komplett nach außen gelegt haben. Das gibt allen Baubeteiligten für den weiteren Bauablauf Planungssicherheit.

Wann werden die Bauarbeiten planmäßig beendet?

Uta Ischner: Wenn es nicht noch viele weitere Überraschungen gibt, sind wir Ende Oktober fertig mit der Dachsanierung. Wir arbeiten mit sehr guten Firmen zusammen, mit denen es schnell vorangeht. Nach der Sanierung ist das Dach des Maria-Josef-Hospitals auf jeden Fall dicht, gut gedämmt und entspricht den technischen Vorgaben.

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